Kontraststarkes Fernsehgerät als außergewöhnliche Belastungen
Rechtslupe | 16. Juni 2011 — Auch für Sehbehinderte stellen Aufwendungen für kontraststarkes Fernsehgerät keine außergewöhnlichen Belastungen dar. In eine…
FG Rheinland-Pfalz Urteil vom 23.03.2011 – 2 K 1855/10
Pressemitteilung des Gerichts:
“Mit Urteil zur Einkommensteuer 2009 vom 23. März 2011 (Az.: 2 K 1855/10) hat sich das Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz mit der häufig auftretenden Frage befasst, ob bestimmte Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen steuerlich berücksichtigt werden können.
Im Streitfall hatte der Kläger in der Einkommensteuererklärung 2009 verschiedene Aufwendungen in Höhe von rd. 4.000.-€ bei den außergewöhnlichen Belastungen geltend gemacht, wovon ein Teilbetrag in Höhe von rd. 650.- € auf die Anschaffung eines Fernsehgeräts entfiel. Der Einkommensteuererklärung war eine Erläuterung beigefügt, wonach die Ehefrau des Klägers an einer Erkrankung des rechten Auges leiden würde. Die Sehkraft des linken Auges sei ebenfalls sehr stark eingeschränkt. Durch die Sehkrafteinschränkung sei fernsehen nur mit einem kontraststarken Fernseher möglich, die Neuanschaffung sei daher unumgänglich gewesen. Demgegenüber war das Finanzamt (FA) der Meinung, die Aufwendungen für die Anschaffung des Fernsehgerätes stellten keine außergewöhnlichen Belastungen dar und lehnte ihre steuerliche Berücksichtigung ab. Der Nachweis der Zwangsläufigkeit sei nicht durch ein vor dem Kauf erstelltes amtsärztliches Attest geführt worden, außerdem liege keine wirtschaftliche Belastung vor, wenn durch die Aufwendungen – wie im Streitfall – ein Gegenwert geschaffen worden sei.
Mit seiner bei dem FG Rheinland-Pfalz angestrengten Klage legte der Kläger augen-fachärztliche Bescheinigungen vor, aus denen sich eine “Visusminderung” von 80% ergab.
Das FG Rheinland-Pfalz wies die Klage jedoch ab. Es führte u.a. aus, Ziel der Vor-schrift der außergewöhnlichen Belastungen sei es, zwangsläufige Mehraufwendungen für den existenznotwendigen Grundbedarf zu berücksichtigen, die sich wegen ihrer Außergewöhnlichkeit einer pauschalen Erfassung in allgemeinen Freibeträgen entziehen würden. Dagegen seien aus dem Anwendungsbereich der Vorschrift die üblichen Aufwendungen der Lebensführung ausgeschlossen, die in Höhe des Existenzminimums durch den Grundfreibetrag abgegolten seien. Aufwendungen für die Anschaffung eines Fernsehgerätes könnten nicht in diesem Sinne als außergewöhnlich angesehen werden. Ein Fernsehgerät gehöre zu den typischen Einrichtungsgegenständen eines modernen Haushalts. Die Kosten für die Anschaffung eines solchen Gerätes zählten deshalb zu den üblichen Kosten der Lebensführung, die grundsätzlich jedem Steuerpflichtigen erwachsen würden. Dass es sich um ein besonders kontraststarkes Gerät handele, ändere nichts. Es sei davon auszugehen, dass besonders kontraststarke Fernsehgeräte keine eigene Kategorie von Fernsehgeräten darstellen würden. Auch wenn…
» Vollständiger ArtikelErschienen 15. Juni 2011 auf http://www.steuerrechtblog.de.
Rechtslupe | 16. Juni 2011 — Auch für Sehbehinderte stellen Aufwendungen für kontraststarkes Fernsehgerät keine außergewöhnlichen Belastungen dar. In eine…
Rechtslupe | 11. Dezember 2008 — Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz musste sich jetzt mit der Frage befassen, ob, bzw. unter welchen Umst??nden Aufwendungen f??r…
Steuerpraxis | 30. Juni 2010 — Bei Zahlungen an unterhaltspflichtige Personen erkennt das Finanzamt außergewöhnliche Belastungen an. Dabei sind aber Be…
Recht und Alltag | 5. Januar 2007 — Mit Urteil zur Einkommensteuer 2005 vom 5.12.2006 (Az.: 6 K 2079/06) hat sich das Finanzgericht – FG – Rheinland-Pfalz zu der F…
STEUERRECHT | 29. November 2007 — FG Rheinland-Pfalz Urteil vom 24.10.2007 - 2 K 1917/06 Pressemeldung des Gerichts vom 27.11.2007: “Mit Urteil zur Einkommen…
Rechtslupe | 6. Oktober 2011 — Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat entschieden, dass Besuchsfahrten zum auswärts wohnenden Kind nicht zu außergewöhnlichen B…
STEUERRECHT | 6. Januar 2007 — “Mit Urteil zur Einkommensteuer 2005 vom 5. Dezember 2006 (Az.: 6 K 2079/06) hat sich das Finanzgericht – FG – Rheinland-Pfalz …
Lichtenrader Notizen | 5. Januar 2007 — Pressemeldung: Behandlungskosten für einen an Diabetes erkrankten Hund keine außergewöhnliche Belastung Mit Urteil zur Einkomm…
Lichtenrader Notizen | 5. Januar 2007 — Pressemeldung: Behandlungskosten für einen an Diabetes erkrankten Hund keine außergewöhnliche Belastung Mit Urteil zur Einkomm…
STEUERRECHT | 6. Oktober 2011 — FG Rheinland-Pfalz Urteil vom 12.09.2011 – 5 K 2011/10 Pressemeldung des Gerichts: “Mit Urteil zur Einkommensteuer 2007 v…