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Feuertod eines Asylbewerbers in Dessauer Polizeizelle

am 19.07.2006 von Mord ist mein Beruf

 
Zwei Polizisten durch weiteres Gutachten belastet
 
Dessau. Der Tod des am 7. Januar 2005 in einer Arrestzelle des Dessauer Polizeireviers verbrannten Asylbewerbers Oury Jallow aus Sierra Leone hätte verhindert werden können. Die Staatsanwaltschaft Dessau, die bereits seit mehr als einem Jahr davon überzeugt ist und Anklage gegen zwei Polizeibeamte erhoben hatte, sieht sich durch ein neues Gutachten bestätigt. Das Gutachten des Feuerwehrtechnischen Instituts kommt zu dem Schluss, dass vom Ausbruch des Feuers bis zum Tod des 21-jährigen Mannes etwa sechs Minuten Zeit verstrichen. Die Brand experten hatten das Feuer in der Zelle nachgestellt und monatelang akribisch ausgewertet.
Mit der jetzt vorliegenden Auswertung ist für die Staatsanwaltschaft Dessau klar : Die Polizeibeamten hatten nach Ausbruch des Feuers und Auslösen des Feueralarms genügend Zeit, das Leben des Mannes zu retten, wenn sie richtig gehandelt hätten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beamten fahrlässige Tötung beziehungsweise Körperverletzung mit Todesfolge vor. Der Asylbewerber war in einer Zelle, an ein Bett gekettet, verbrannt. Den Ermittlungen zufolge habe ein Polizist den Mann nicht vorschriftsgemäß durchsucht und deshalb ein Feuerzeug in dessen Hosentasche übersehen, womit Jallow seine Matratze angezündet haben soll. Der Dienstgruppenleiter, ein Polizeihauptkommissar, hatte nicht auf das Knistern des Feuers, das er durch die Wechselsprechanlage hörte, reagiert und zweimal den Alarm des Rauchmelders ausgeschaltet. Seine Behauptung, der Feuermelder sei zuvor öfter durch Fehlalarme aufgefallen, hatte sich als falsch erwiesen. Im Fall einer Verurteilung drohen den Beamten bis zu einem Jahr beziehungsweise bis zu zehn Jahre Haft. Oberstaatsanwalt Folker Bittmann sagte gestern, das neue Gutachten werde dem Institut für …

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