Festnahmen und erste Spur nach Schießerei in Rüsselsheim

Wiesbaden (Reuters) - Eine persönliche Auseinandersetzung ist möglicherweise Auslöser für die Bluttat mit drei Toten in der Rüsselsheimer Innenstadt.

Zwischen zwei der beteiligten Personen sei es bereits am Wochenende zu Streitigkeiten im nahe gelegenen Mainz gekommen, sagte Stefan Müller vom hessischen Landeskriminalamt am Mittwoch in Wiesbaden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei dem blutigen Vorfall in Rüsselsheim um die Eskalation dieser Auseinandersetzung gehandelt habe. Zwei Personen wurden von der Polizei festgenommen.

Vor einem Eiscafe waren am Vorabend zwei türkische Männer und eine griechische Frau getötet worden. Ein weiterer Türke wurde schwer verletzt. Staatsanwaltschaft und Polizei baten die Bevölkerung um Mithilfe. Für sachdienliche Hinweise wurde eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Da mehrere Personen auf der Flucht seien, gehe es nicht zuletzt darum, Nachfolgetaten zu vermeiden, sagte LKA-Vizepräsident Roland Desch.

ZWEI TATVERDÄCHTIGE FESTGENOMMEN

Nach Darstellung Müllers handelte es sich bei den Angegriffenen um eine Gruppe von drei bis vier Personen, die zum Tatzeitpunkt am Tisch der Eisdiele in der Bahnhofstraße gesessen hätten. Sie seien von vier bis fünf Männern attackiert worden. Dabei seien Schusswaffen und Messer zum Einsatz gekommen. Ein 29-jähriger Türke, der zu der Gruppe am Tisch gehört habe, sei vor Ort an seinen Verletzungen gestorben. Auch einer der Angreifer, ein 26-jähriger Türke aus Wiesbaden, wurde getötet. Sein 32 Jahre alter Bruder überlebte schwer verletzt und befindet sich nach einer Notoperation außer Lebensgefahr. Er soll am Donnerstag einem Richter vorgeführt werden. Die ebenfalls getötete Griechin geriet den Angaben zufolge zufällig in den Schusswechsel. Die 55-Jährige betrieb nebenan ein Lokal.

Bei den beiden vorläufig festgenommenen Personen handelt es sich laut Müller um einen 49 und einen 28 Jahre alten Türken. Es gebe Hinweise darauf, dass sie an der Tat beteiligt waren. Dies werde aber noch genau geprüft. "Es gibt eine persönliche Beziehungsebene zwischen zwei Einzelpersonen, die einen persönlichen Konflikt miteinander hatten", unterstrich Müller. Desch hielt es für möglich, dass "verletzte Ehre" das Tatmotiv gewesen sein könnte.

Die Ermittler vernahmen bereits zahlreiche Zeugen. Sie gehen aber davon aus, dass noch mehr Personen etwas von der Bluttat mitbekommen haben. Die Spurensicherung sollte noch im Tagesverlauf abgeschlossen werden. Laut dem Darmstädter Oberstaatsanwalt Ger Neuber umfasste die Sonderkommission zwischenzeitlich rund 150 Experten.

Das Verbrechen weckt Erinnerung an die sogenannten Mafia-Morde von Duisburg. Vor ziemlich genau einem Jahr waren vor einer Pizzeria sechs Italiener durch Kopfschüsse regelrecht hingerichtet worden. Die Täter sollen Mitglieder einer bekannten Mafia-Organisation gewesen sein.



Quelle: Reuters (13. August 2008)

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Themen: Wiesbaden , Mainz , Erei

Erschienen 13. August 2008 bei http://www.reuters.com.

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