Verdächtige für Messerattacke auf Polizeichef kommen frei
Reuters | 15. Dezember 2008 — Passau (Reuters) - Nach der Messerattacke auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl hat sich der Tatverdacht gegen zwei junge…
Berlin (Reuters) - Nach dem Attentat auf den Chef der Passauer Polizei, Alois Mannichl, sind am Sonntag zwei Tatverdächtige festgenommen worden.
Der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walch bestätigte die Festnahmen gegenüber der "Passauer Neuen Presse" nach einem Vorabbericht des Blattes. Auf die beiden treffe die Beschreibung des Opfers zu. Weitere Ansätze müsse die Vernehmung ergeben. Am Montag solle entschieden werden, ob die beiden dem Haftrichter vorgeführt werden sollten. Unabhängig von der Festnahme werde gegen weitere Personen aus dem rechten Spektrum ermittelt.
Nach dem Anschlag, der nach übereinstimmender Einschätzung aus allen politischen Lagern eine neue Qualität rechtsextremer Gewalt markieren könnte, fordert die SPD auch politische Konsequenzen. Der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestags, Sebastian Edathy, plädierte für deutlich verschärfte Strafen. Bei Körperverletzungen mit rechtsextremen Hintergrund dürfe es grundsätzlich keine Bewährungsstrafen mehr geben, forderte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag. "Die Täter gehören sofort hinter Gitter, weil ihre Beweggründe besonders verwerflich sind", sagte er nach einer Vorabmitteilung. Mit einem entsprechenden Vorschlag des Bundesrates müsse sich nun der Bundestag rasch befassen.
Nach Angaben der Polizei war der der 52-jährige Mannichl am Samstagabend vor seiner Haustür von einem Unbekannten niedergestochen und schwer verletzt worden. Vor der Gewalttat habe der Täter rechtsextreme Drohungen ausgesprochen, teilte die Polizei am Sonntag mit.
Mannichl war nach Angaben der bayerischen Behörden in den vergangenen Jahren konsequent gegen alle rechtsradikalen Bestrebungen vorgegangen und deswegen seit Monaten Zielscheibe rechtsextremer Anfeindungen gewesen.
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