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Fazit nach 5 Monaten Referendariat

am 14.05.2008 von Rechtseinblicke

Nachdem ich heute morgen meiner Einzelausbilderin die letzte Akte meiner Zivilstation zurückgegeben habe, ist es nun auch für mich Zeit ein kurzes Fazit der ersten fünf Monate des Referendariats zu ziehen.
Grundsätzlich macht mir der juristische Vorbereitungsdienst bisher Spass. Die praktische Arbeit liegt mir wesentlich mehr, als meine Zeit mit diversen Theorien zu verschwenden, die sich irgendein “Wissender” in seinem Elfenbeinturm erdacht hat. Mit Arbeit wurde ich bisher auch noch nicht überschüttet, dafür hätte ich die freie Zeit aber mehr zum Wiederholen nutzen können, was mich rückblickend schon ein wenig ärgert.
Die Zuteilung zur Kammer für Handelssachen sehe ich im Nachhinein mit ein wenig gemischten Gefühlen. Einerseits durfte ich mich mit einigen sehr interessanten Rechtsgebieten beschäftigen, mit denen ich bisher relativ wenig zu tun hatte. Mal hatte ich UN-Kaufrecht in Verbindung mit den INCOTERMS auf dem Tisch, zuletzt durfte ich meine Qualitäten im Bilanzlesen unter Beweis stellen, um zu beurteilen, ob Schindluder mit der Stammeinlage einer Gesellschaft betrieben wurde. Andererseits hatte ich dabei jedoch immer mit Akten zu kämpfen, die 300 Blatt und mehr beinhalteten, so dass jeder einzelne Fall eine gewisse Einarbeitungszeit beanspruchte. Insgesamt konnte ich so innerhalb der Zivilstation nur 8 Akten bearbeiten, echte Routine, insbesondere aufgrund der so unterschiedlichen Rechtsprobleme, kommt da nicht auf.
Manchmal hätte ich mir halt doch den ein oder anderen Verkehrsunfall oder die übliche Mietstreitigkeit gewünscht. Zudem bietet sich die Kammer für Handelssachen auch aufgrund der Laienrichter nicht gerade dazu an, den Referendar im Termin praktisch arbeiten zu lassen. Diesbezüglich hätte ich mir mehr erwartet.
Glück habe …

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Dipl.-Jur. Martin Wagner

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