FAZ: Schäuble will keinen Straftatbestand Sportbetrug
am 30.08.2006 von strafblog
Wie faz.net berichtet, scheint Bundesinnenminister Schäuble derzeit kein Anti-Doping-Gesetz einführen zu wollen. Der CDU-Politiker habe sich in den vergangenen Tagen und Wochen mit etlcihen Experten und Sportfunktionären getroffen und deren Meinungen eingeholt. So habe er gestern Thomas Bach, den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sowie Thomas Röwekamp aus Bremen, den Vorsitzenden der Sportministerkonferenz der Länder, empfangen. Während sichBach strikt gegen eine Strafbarkeit des aktiven Dopings ausgesprochen habe, vertrete Röwekamp die gegenteilige Auffassung. Wer Doping nutze, sei immer auch Täter und müsse bestraft werden. Bach hält hingegen die Vorschriften des Arzneimittelgesetzes für ausreichend, da hiermit gegen die Vertreiber von Anabolika und anderen Dopingmitteln vorgegangen werden könne. Der Heidelberger Sportmediziner Professor Franke sowie der Frankfurter Rechtsanwalt Markus Hauptmann haben sich für ein gesetzliches Verbot des Besitzes von Dopingmitteln und damit auch für die Möglichkeit der Verhängung von Geld- und Haftstrafen gegen Sportler ausgesprochen.
Auch der Vorsitzende der chronisch unterfinanzierten Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada), Peter Busse, ihr Geschäftsführer Roland Augustin sowie der Frankfurter Staatsanwalt und Experte für Drogen-Strafrecht, Harald Körner, waren laut FAZ in der vergangenen Woche bei Schäuble.
Autor: RA Rainer Pohlen
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