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Fast drei Tonnen Haschisch verschoben

am 12.12.2006 von schreibmaschine

Der
Haupttäter kam besser weg als einer der Kuriere: Das Landgericht
hat am Dienstag einen 25 Jahre alten Marokkaner wegen bandenmäßigem
Drogenhandel zu einer Gesamtstrafe von sechs Jahren Gefängnis
verurteilt. Der Angeklagte hatte zuvor eingeräumt, am
europaweiten Vertrieb von fast drei Tonnen Haschisch federführend
beteiligt gewesen zu sein.

Der Staatsanwalt bezeichnete den bereits wegen Drogenhandel
vorbestraften und unter Bewährung stehenden Mann als
„Berufsverbrecher“, der sich seinen Lebensunterhalt mit
Straftaten verdient hat. Mehrere Jahre lang zeichnete der Marokkaner
von Spanien aus für den Handel mit großen Mengen Haschisch
verantwortlich.

Der
Stoff stammte aus seinem Heimatland und wurde über Spanien und
Würzburg nach Italien, Frankreich und Dänemark verkauft.
„Es gibt andere Länder, da würde er für den
Rest seines Lebens im Gefängnis verschwinden oder sogar
hingerichtet werden“, betonte der Anklagevertreter.

Allerdings
hat der 25-Jährige nicht nur vor Gericht ein umfassendes
Geständnis abgelegt, sondern sich zuvor auch als als Kronzeuge
zur Verfügung gestellt und viele Details des Haschisch-Handels
offenbart. Nach seinen Aussagen konnten eine ganze Reihe von
Mittätern verhaftet werden, von denen sich der Großteil
demnächst vor Gericht verantworten muss.Ein ehemaliger
Würzburger Gastronom wurde bereits vor drei Wochen wegen seiner
Tätigkeit als Haschisch-Kurier zu sieben Jahren Haft verurteilt. Auch der 40-Jährige hatte gerade noch rechtzeitig die Notbremse gezogen und bei der Polizei umfangreiche
Angaben gemacht.Der
25-jährige Marokkaner kam noch besser weg, weil er als erstes
Bandenmitglied von der Kronzeugenregelung des
Betäubungsmittelgesetzes Gebrauch machte. „Er hat einen
Schlussstrich gezogen und kann sich jetzt in seiner Heimat nicht mehr
sehen lassen“, sagte die Verteidigerin.


„Ohne
Geständnis wären auch mehr als zehn Jahre Gefängnis
drin gewesen. Das ist die größte Menge Drogen, über
die das Landgericht seit vielen Jahren verhandeln musste“, sagte
der Vorsitzende der 1. Strafkammer. Allerdings
sei der Angeklagte nicht nur in böse Kreise geraten, wie der
25-Jährige behauptete: „Er war in unserem Komplex der
Haupttäter.“ Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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Der Autor und sein Blog

Patrick Wötzel

Gerichtsberichterstatter, Lokaljournalist, Sportreporter - Revier: Würzburg

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