Fansitebetreiber auf Lizenzgebühren für Comics verklagt
am 09.11.2006 von http://www.ra-blog.de
Heise berichtet, dass Fansitebetreiber Peter F. von der Agentur des Comiczeichners Martin Perscheid auf Zahlung von Lizenz- und Anwaltskosten in Höhe von 20.684,70 Euro plus Zinsen verklagt wird, weil er im Jahr 2003 auf seiner privaten Website 365 Cartoons von Perscheid gezeigt hatte.
Perscheid hatte auf seiner Website angegeben, dass für eine kommerzielle Nutzung seiner Cartoons die Zustimmung seiner Agentur eingeholt werden müsse (Archive.org-Cache):
Was? Sie wollen meine Cartoons kommerziell nutzen? Auf Ihrer Werbebanner-gepflasterten Homepage z.B.? Oder in Ihrer Zeitung? Wenden Sie sich vertrauensvoll an BULLS.
Dass im Gegenzug vermutet werden durfte, eine nichtkommerzielle Nutzung der Werke sei erlaubt, hat Perscheid an anderer Stelle mehrfach selbst bestätigt. In seinem Gästebuch äußerte Perscheid am 4. Oktober 2006 auf die Frage, ob die auf seiner Homepage gezeigten Bilder in Forendiskussionen gezeigt werden dürfen:
Hi […],
ist soweit kein Problem. Zwar läßt Bullspress mitunter blutrünstige Anwälte auf Webmaster, welche Perscheid-Cartoons in großer Anzahl ins Netz stellen, los, bei einem oder zwei Cartoons ist das aber OK. Trotzdem kann eine kurze Nachricht an service@bullspress.de nicht schaden. Grüße, Der Meister
Dem Betreiber von Fun-Pages.de, wo ebenfalls Perscheid-Cartoons gezeigt wurden, hat er ausdrücklich zugesichert, dass die nichtkommerzielle Verwendung unproblematisch sei:
Tatsächlich verwaltet Bulls die kommerzielle Verwertung meiner Cartoons. Bei den Fun-pages in ihrer jetztigen Form könnte man eine kommerzielle Absicht trotz Werbebanner unter Umständen in Frage stellen, nennen wir es mal einen Grenzfall. Bei der Einrichtung einer eigenen Perscheid-Rubrik wäre die Sache schon kritischer, hier solltest du auf jeden Fall Rücksprache mit Bulls halten. […] Allerdings weiß ich nicht, ob web.de unter Umständen die Exklusivrechte fürs Netz erworben hat.
[…]
Ciao, Martin
Was lernen wir daraus? Der Urheber hat offensichtlich keine Ahnung, welche Nutzungsrechte seine Agentur für ihn z.B. an Web.de lizenziert hat. Ob man sich vor dem Hintergrund auf dessen Auskünfte verlassen kann?
Danke an Erik Schmidt für den Hinweis.
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