Bischof Mixa reicht nach Prügel-Vorwürfen Rücktritt ein
Reuters | 22. April 2010 — Bonn/Berlin (Reuters) - Der wegen Prügel-Vorwürfen unter Druck geratene Bischof Walter Mixa hat beim Papst sein Rücktrittsgesuc…
Berlin (Reuters) - Bundesfamilienministerin Kristina Köhler hat den angekündigten Rücktritt des Augsburger Bischofs Walter Mixa begrüßt.
Die CDU-Politikerin sagte am Donnerstag im ZDF, sie könne die gegen den Bischof erhobene Kritik nachvollziehen und habe Respekt vor seinem Schritt.
Nach wochenlanger Debatte hatte Mixa zuvor Medienberichten zufolge dem Papst seinen Rücktritt angeboten, nachdem zuletzt auch die Führung der katholischen Kirche in Deutschland von ihm abgerückt war. Mixa hatte nach wochenlangen Leugnen vor kurzem zugegeben, in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Kinder geschlagen zu haben. Während Mixa von Ohrfeigen oder "Watschen" sprach, werfen ihm Opfer des Kirchenskandals vor, sie teilweise mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen zu haben. Zusätzlich stand der Bischof wegen des Vorwurfs dubiosen Finanzgebarens in der Kritik. Ein Sonderbeauftragter untersucht dies gegenwärtig.
Der Präsident des Zentralrats der Katholiken, Alois Glück, nannte den Rücktritt Mixas eine unausweichliche Konsequenz. Der Würdenträger sei durch seinen Umgang mit den Vorwürfen unglaubwürdig geworden und habe die gesamte katholische Kirche belastet, sagte Glück im Deutschlandfunk.
Mixa hatte einem Bericht der "Augsburger Allgemeinen" zufolge am Mittwochabend in einem Brief an den Papst seinen Rücktritt sowohl vom Amt des Bischofs von Augsburg als auch vom Amt des Militärbischofs der Bundeswehr angeboten. Die "anhaltenden öffentlichen Diskussionen" um seine Person hätten "Priester und Gläubige schwer belastet", begründete Mixa der Zeitung zufolge sein Rücktrittsgesuch. Er wolle nun den Weg für einen Neuanfang freimachen. "Alle, zu denen ich ungerecht gewesen sein mag, und alle, denen ich Kummer bereitet habe, bitte ich heute noch einmal um Verzeihung", zitierte die Zeitung den Bischof. Mixa sicherte demnach zu, auch nach dem Ausscheiden aus seinem Amt an der Aufklärung aller gegen ihn erhobenen Vorwürfe mitwirken zu wollen.
Erschienen 22. April 2010 bei http://www.reuters.com.
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