Falsche Verdächtigung oder Falschaussage?

Weil sie ihren ehemaligen Lebensgefährten für zwei Monate hinter Gitter brachte, sitzt eine 47-jährige Frau aus Karlstadt (Main-Spessart-Kreis) seit Mittwoch selbst auf der Anklagebank. Die dreifache Mutter muss sich wegen falscher Verdächtigung und Freiheitsberaubung vor dem Würzburger Amtsgericht verantworten.

Sie hatte den Vater ihrer drei Kinder, mit dem sie fast 30 Jahre zusammen lebte, nach der Trennung unter anderem wegen Vergewaltigung angezeigt. Zwei Monate später nahm sie ihre Anzeige zurück. Doch das änderte nichts am Fortgang des Ermittlungsverfahrens, das im Fall einer Vergewaltigung von Amts wegen durchgeführt wird. Statt jetzt auch ihre ursprüngliche Aussage zurückzunehmen, blieb sie bei einer Vernehmung durch die Kripo bei ihren Vorwürfen und schilderte weitere Details der Vergewaltigung.

Erst nachdem ihr Ex-Partner zwei Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte, nahm sie alle Anschuldigungen zurück. Der gesundheitlich angeschlagene Mann wurde umgehend freigelassen. „Ich bin zur Polizei gegangen, weil ich meine Ruhe wollte“, erklärte die 47-Jährige vor Gericht. Sie warf dem Ex-Freund vor, er habe die drei gemeinsamen Kinder gegen sie aufgehetzt. Der Frau drohen im Falle einer Verurteilung über zwölf Monate Haft, im schlimmsten …

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Erschienen 23. Oktober 2008 auf http://www.woetzel-online.info/.

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