Falsche Bombenwarnung verursachte Millionenschaden - 700 Euro Geldstrafe für Angeklagte
am 06.08.2006 von strafblog
Eine 51 Jahre alte, in Holland lebende Inderin hatte vor 2 Jahren bei der Lufthansa in Frankfurt angerufen und mitgeteilt, an Bord des Fluges LH 572 von Amsterdam via Frankfurt nach Johannesburg, Südafrika, befinde sich eine Bombe. Die gerade gestartete Maschine musste wieder landen, die Passagiere wurden in einem Hotel untergebracht und am nächsten Tag mit einer Ersatzmaschine zum Zielort geflogen. Eine Durchsuchung des ursprünglich eingesetzten Flugzeugs blieb ohne Befund. Die Maschine musste allerdings wegen der unerwarteten Landung mit vollen Kerosintanks durchgecheckt werden, um etwaige Schäden auszuschließen. Die Gesamtkosten der Maßnahme beliefen sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt auf über 1 Million Euro.
Bei ihrem Anruf hatte die Frau die Rufnummernkennung nicht unterdrückt, so dass sie unschwer ermittelt werden konnte. Sie gab an, nachts von der Bombe geträumt und sich große Sorgen um ihre an Bord befindliche Tochter gemacht zu haben. Anscheinend war die Frau psychisch krank oder zumindest auffällig. Nach aus Holland angeforderten ärztlichen Unterlagen hatte sie nach einem Unfall in den 90er Jahren erhebliche seelische Veränderungen durchgemacht, die durch eine 11monatige ungerechtfertigte Inhaftierung noch verstärkt worden seien. In einer ärztlichen Stellungnahme war von einem Unvermögen zur Objektivierung die Rede. Es handele sich um eine verzweifelte Frau, die unter sich und der Welt leidet, meinte der Frankfurter Amtsrichter und verurteilte die Frau wegen Störung des öffentlchen Friedens zu einer Geldstrafe von 700 Euro. (Quelle: faz.net)
Autor: RA Rainer Pohlen
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