Falschangaben des Bevollmächtigten

Macht der Bevollmächtigte einer Versicherten bei der Rentenantragstellung unrichtige Angaben, und wird eine deshalb falsch berechnete Rente später zurückgefordert, kann der Rentenbezieher sich nicht auf Unkenntnis berufen.

In einem jetzt vom Landessozialgericht Sachsen-Anhalt zu entscheidenden Fall hatte der Sohn der damals 83-jährigen Versicherten im Jahr 1993 für sie eine gesetzliche Witwenrente beantragt und den Bezug einer Unfallrente verschwiegen. Als der Rentenversicherungsträger acht Jahre später davon erfuhr, war eine Überzahlung von 35.000 Euro aufgelaufen. Wegen des Alters der Versicherten forderte er aber nur 20.000 Euro zurück.

Das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt hat die dagegen gerichtete Klage der Versicherten abgewiesen. Das Gericht sei überzeugt, dass der - mittlerweile verstorbene - Sohn damals vorsätzliche Falschangaben gemacht habe und die fehlerhafte Rentenhöhe erkennen konnte. Sein Verhalten als Bevollmächtigter sei der Versicherten zuzurechnen; auf ihre Kenntnis komme es daher nicht an. Der Rentenversicherungsträger habe bei der Rückforderung die Interessen der Versichertengemeinschaft sowie die persönliche, soziale …

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Rentenversicherung
Rechtsgebiet: Sozialrecht

Erschienen 2. Januar 2009 auf http://www.rechtslupe.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Landessozialgericht Sachsen-Anhalt: “Hartz IV und Audi A 6″

Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf | 14. Dezember 2009 — Vor dem Bezug von Leistungen nach dem SGB II müssen erst die Vermögensgegenstände verwertet werden, die für die Lebensumstände …

Kein Arbeitsunfall bei Trunkenheitsfahrt

Rechtslupe | 16. Dezember 2008 — Erleidet ein Arbeitnehmer auf dem Weg zur Arbeit infolge alkoholbedingter Fahruntüchtigkeit einen Verkehrsunfall, scheiden Ansp…

Gutachtertätigkeit einer Krankenschwester

Rechtslupe | 3. Dezember 2008 — Erstellt eine Krankenschwester (mit entsprechender Zusatzausbildung) im Auftrag des Medizinischen Dienstes der Krankenversicher…

Betriebliche Witwenrente

Rechtslupe | 29. Dezember 2008 — In der Betrieblichen Altersversorgung ist, wie der Bundesgerichtshof jetzt entschieden hat, die als Prozentsatz der Rente des …

Keine Weiterbildung bei nur eingeschränkter gesundheitlicher Eignung

Rechtslupe | 7. Januar 2009 — Der Rentenversicherungsträger muss eine Weiterbildung nicht finanzieren, wenn die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nur …

Gemeinsamer Staatsschutzsenat von Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt geplant

Rechtslupe | 20. März 2009 — Die Länder Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin prüfen derzeit Möglichkeiten, einen gemeinsamen Staatsschutzsenat am Kammerge…

Gkv-orgwg Begründung: GKV-OrgWG

Rechtslupe | 9. April 2009 — Zum 1. April ist das “Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Org…

Keine versicherungspflichtige Tätigkeit – keine Unfallrente

Rechtslupe | 2. November 2011 — Nach § 8 Abs. 1 Satz 1 SGB VII sind Arbeitsunfälle Unfälle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz nach den §§…

Scheinarbeitsvertrag und die Sozialversicherung

Rechtslupe | 13. Juli 2011 — Wer einen Arbeitsvertrag allein deshalb schließt, um über eine gesetzliche Krankenkasse gegen Krankheit abgesichert zu sein, ha…

Grundst??cksverkauf aus Gesch??ftsaufgabe?

Rechtslupe | 10. Dezember 2008 — Ist Gegenstand der ??bertragung ein zu bebauendes Grundst??ck, das der Ver??u??erer unter der Bedingung der Fertigstellung des …

GEZ: Ja, das iPhone ist gebührenpflichtig!