Ex-Yukos-Sicherheitschef wegen Mordes zu 24 Jahren Lagerhaft verurteilt
am 18.08.2006 von strafblog
Der frühere Sicherheitschef des russischen Ölkonzerns Yukos, Alexej Pitschugin, ist wegen mehrfachen Mordes zu 24 Jahren strenger Lagerhaft verurteilt worden. Er habe die Morde organisiert, um Geschäftsinteressen des Konzerns durchzusetzen, befand das Moskauer Stadtgericht. Fünf Mitangeklagte erhielten Strafen von siebeneinhalb bis zu neunzehn Jahren Haft, meldet ntv unter Berufung auf die Nachrichtenagentur interfax. Der frühere Konzernchef Chodorkowski, ein Gegener des russischen Staatspräsidenten Putin, war in einem international heftig kritisierten Verfahren bereits vor einiger Zeit wegen Steuerhinterziehung zu mehr als 8 Jahren Haft verurteilt worden.
Pitschugin, der 2003 wegen eines anderen Mordfalls zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war, bestreitet die Schuld und hat über seine Verteidiger Revision angekündigt. Nach den Urteilsfeststellungen soll Pitschugin unter anderem 1998 den Mord am Bürgermeister der Stadt Neftejugansk, Wladimir Petuchow, befohlen zu haben. In der sibirischen Stadt hatte Yukos seinen Hauptölförderer Juganskneftegas. Wie schon in früheren Verfahren gegen Yukos-Mitarbeiter beklagte die Verteidigung zahlreiche Rechtsverstöße. Sie sieht in dem Verfahren eine Intrige des Kremls gegen Chodorkowski und den inzwischen bankrotten Konzern.
Autor: RA Rainer Pohlen
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