Ex-V-Mann fiel auf Kollegen herein
am 25.05.2007 von schreibmaschineMehr als 10.000 gefälschte US-Dollar wollten zwei Brüder aus Würzburg vermeintlichen „Kunden“ verkaufen, die sich dann als Vertrauensleute der Kriminalpolizei entpuppten. Jetzt wurde ein 33-Jähriger unter anderem wegen gewerbsmäßiger Geldfälschung zu vier Jahren, sein 23 Jahre alter Bruder zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Ironie des Schicksals: Der ältere der beiden Brüder war früher, wie sich im Verfahren vor dem Landgericht herausstellte, selbst im kriminellen Milieu als Vertrauensmann für die Kripo tätig. Dass er auf ein von Anfang an von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) eingefädeltes Falschgeldgeschäft hereingefallen ist, kann der 33-Jährige bis heute nicht so recht glauben. Der Würzburger türkischer Herkunft wurde vor einiger Zeit nach einer ganzen Reihe von Straftaten aus Deutschland ausgewiesen. Zuletzt wurde er im März 2004 vom Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Türke hatte damals mit einem Taschenmesser mehrfach auf seine Ehefrau eingestochen (wir berichteten). Von Bulgarien aus versorgte er ab Ende 2005 seine Familie in Würzburg mit gefälschten 200-Euro-Noten. Seine Mutter wurde kürzlich zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt, weil sie mit zwei falschen Zweihundertern bezahlen wollte. Anfang Januar 2006 fiel auch sein jüngerer Bruder auf, als er versuchte, einen Aschenbecher im Wert von sieben Euro mit einem 200-Euro-Falsifikat zu kaufen. „Deshalb hat die Staatsanwaltschaft zusammen mit dem LKA zwei V-Leute eingesetzt“, erläuterte Oberstaatsanwalt Thomas Bellay vor Gericht. Als die beiden vermeintlichen Falschgeldkäufer größere Summen bestellten, kam der ältere der beiden Angeklagten mit gefälschten Papieren zurück nach Deutschland und übernahm das Kommando. …
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