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Ex-Geheimdienstler aus Russland von früheren Kollegen vergiftet?

am 20.11.2006 von strafblog

In einem Londoner Krankenhaus ringt ein früherer russischer Geheimdienstler, der sich mit dem Kreml überworfen hat, mit dem Tode. Laut SPIEGEL-ONLINE diagnostizierten die Ärzte bei Alexander Litwinenko, der Anfang des Monats noch kerngesund war, eine Thalliumvergiftung. In seinem Körper befinde sich das Dreifache der Menge des giftigen Schwermetalls, die normalerweise tödlich sei. Dennoch geben die Ärzte dem Patienten eine Überlebenschance von 50 Prozent.

Litwinenko, der damals noch Geheimdienstoffizier war, war 1998 im Kreml in Ungnade gefallen, weil er angebliche Anschlagspläne gegen den Milliardär und Putingegner Boris Beresowski öffentlich machte. Nach mehreren Gefängnisaufenthalten in Russland floh er im Jahr 2000 über die Türkei nach England, wo sich inzwischen viele russische Regimekritiker, darunter auch Beresowski, aufhalten.

Litwinenko ist zuletzt mit finanzieller Unterstützung Beresowskis dem Verdacht nachgegangen, ob der russische Inlandsgeheimdienst FSB im Jahr 1999 mehrere Wohnhäuser in Moskau in die Luft gesprengt hat, um die Taten dann tschetschenischen Terroristen in die Schuhe zu schieben. Außerdem beschäftigte er sich mit dem Tod der Putin-Kritikerin und Moskauer Journalistin Anna Politkowskaja. Am 1. November traf er sich mit einem Italiener, der ihm Unterlagen zu diesem Fall übergeben wollte, zum Sushi-Essen. Zuvor hatte er noch mit russischen Bekannten Tee getrunken. Unmittelbar nach dem Sushi-Essen wurde er krank, so krank wie noch nie im meinem Leben, äußerte er gegenüber der Presse. 20 Kilo habe er seitdem abgenommen und alle Haare verloren, er sehe aus wie ein Geist oder wie ein Krebspatient nach einer Chemo-Therapie, ließen Freunde Litwinenkos verlauten.

Kein Wunder, dass mehr oder weniger laut der Verdacht geäußert wird, Putins Geheimdienst stehe hinter dem Giftattentat auf den ungeliebten Ex-Kollegen. Purer Unsinn, meint Putin zu diesem Vorwurf. Mal sehen, was die britischen Ermittlungsbehörden zu dem Fall noch so alles herausfinden werden ...

Autor: RA Rainer Pohlen

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