EuGH: Ein staatliches Monopol für Internet-Glücksspiele ist nur gestattet, wenn das Monopol allein dazu dient, ein besonders hohes Schutzniveau der Verbraucher zu gewährleisten

EuGH Urteil vom 15.09.2011 C‑347/09 Staatliches Glückspielmonpol Die Entscheidung des EuGH: 1. Das Unionsrecht und insbesondere Art. 49 EG stehen einer Regelung, die den Verstoß gegen ein Betriebsmonopol für Glücksspiele wie das in der im Ausgangsverfahren fraglichen nationalen Regelung vorgesehene Betriebsmonopol für Internet-Kasinospiele unter Strafe stellt, entgegen, wenn eine solche Regelung nicht mit den Bestimmungen dieses Rechts vereinbar ist. 2. Art. 49 EG ist dahin auszulegen, dass er auf Glücksspieldienstleistungen anwendbar ist, die im Hoheitsgebiet eines Aufnahmemitgliedstaats von einem Wirtschaftsteilnehmer mit Sitz in einem anderen Mitgliedstaat über das Internet angeboten werden, obwohl dieser Wirtschaftsteilnehmer – sich im Aufnahmemitgliedstaat mit einer bestimmten EDV-Infrastruktur wie etwa einem Server ausgestattet hat und – EDV-Supportleistungen eines im Aufnahmemitgliedstaat ansässigen Dienstleisters in Anspruch nimmt, um seine Dienstleistungen Verbrauchern zu erbringen, die ebenfalls in diesem Mitgliedstaat ansässig sind. 3. Art. 49 EG ist dahin auszulegen, a) dass ein Mitgliedstaat, der bestrebt ist, ein besonders hohes Schutzniveau für Verbraucher im Glücksspielsektor zu gewährleisten, Grund zu der Annahme haben kann, dass nur die Errichtung eines Monopols zugunsten einer einzigen Einrichtung, die von den Behörden genau überwacht wird, ihm erlaubt, die Kriminalität in diesem Sektor zu beherrschen und das Ziel, Anreize für übermäßige Spielausgaben zu vermeiden und die Spielsucht zu bekämpfen, hinreichend wirksam zu verfolgen; b) dass, um mit den Zielen der Kriminalitätsbekämpfung und der Verringerung der Spielgelegenheiten im Einklang zu stehen, eine nationale Regelung, mit der ein Glücksspielmonopol errichtet wird, das dem Inhaber des Monopols ermöglicht, eine Expansionspolitik zu verfolgen, – auf der Feststellung beruhen muss, dass kriminelle und betrügerische Aktivitäten im Zusammenhang mit den Spielen und die S…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Internet , Eugh , Verbraucherschutz , Spielsucht , Glücksspiel , Sportwetten , Regelung , Oddset , Monopol , Eugh Urteil , Lotto , Bwin , Dienstleistungsfreiheit , Europarechtswidrig , Staatliches Glücksspielmonopol , Art 49 Egv
Rechtsgebiet: Medienrecht

Erschienen 16. September 2011 auf http://www.beckmannundnorda.de/serendipity/.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Glücksspiel-Monopol und die Verhältnismäßigkeit der Kontrollsysteme

Rechtslupe | 12. Oktober 2011 — Nur wenn mit dem Glücksspiel-Monopol das Ziel der Bekämpfung der mit diesen Spielen verbundenen Gefahren in systematischer und …

Placanica Eugh: Die Placanica Entscheidung des EuGH zum Sportwettenmonopol

Streitsache / Blog | 8. März 2007 — Leitsätze: 1. Eine nationale Regelung, die die Ausübung von Tätigkeiten des Sammelns, der Annahme, der Bestellung und der Übertrag…

EuGH: Das portugiesische Verbot von Glücksspielen im Internet ist mit EU-Recht vereinbar

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 11. September 2009 — EuGH, Urteil vom 08.09.2009, Az. C‑42/07 Art. 49, 234 EGV In diesem Vorabentscheidungsersuchen hatte der EuGH über das port…

Monopol für Pferdewetten

Rechtslupe | 5. Juli 2011 — Ein Monopol für Pferdewetten außerhalb von Rennplätzen kann nach einem aktuellen Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union…

EuGH zum X-ten Mal zum Führerscheintourismus

beck-blog | 3. März 2012 — Man mag gar nicht mehr neue Entscheidungen zum Führerscheintourismus lesen, so ausgelutscht scheint dieses Thema. Jetzt gibt e…

EuGH mal wieder zum "EU-Führerschein": So sehen unbestreitbare Informationen aus dem Ausstellerstaat aus

beck-blog | 24. September 2009 — Es schien mittlerweile eigentlich alles entschieden - nun hat der EuGH nochmals zum "EU-Führerschein" Stellung bezogen. Diesmal…

EU Führerschein bei Nichtbeachtung von Wohnsitzerfordernis wertlos ?

Verkehrsrecht Blog | 21. Mai 2011 — Dazu der EuGH in seiner Entscheidung vom 19.05.2011 (C 184/10) wie folgt:“Die Art. 1 Abs. 2, 7 Abs. 1 Buchst. b sowie 8 Abs…

Eugh C-419/10: Schlussantrag des Generalanwalts zur Anerkennung der ausländischen Fahrerlaubnis in EuGH C-419/10

Heymanns Strafrecht Online Blog | 22. November 2011 — Ein Autor des VRR hat mich auf den am 10.1.1.2011 gestellten Schlussantrag des Generalanwalts in der noch beim EuGH anhängigen …

Cartesio: „Cartesio“: keine freie Registersitzverlegung

Unternehmensrechtliche Notizen | 18. Dezember 2008 — “Die Art. 43 EG und 48 EG sind beim gegenwärtigen Stand des Gemeinschaftsrechts dahin auszulegen, dass sie Rechtsvorschriften eine…

Verbot für Internet-Glückspiele in der EU

Rechtslupe | 14. September 2009 — Das nach portugiesischem Recht bestehende Verbot für Wirtschaftsteilnehmer wie BWin, Glücksspiele über das Internet anzubieten,…

AKTUELLE RECHTSPRECHUNG - Ergebnisse