EuG: Ob in Bezug auf eine Marke ein absolutes Schutzhindernis vorliegt, ist für jede Waren- und Dienstleistungsklasse getrennt zu würdigen

EuG, Urteil vom 30.11.2011, Az. T-123/10 Art. 7 Abs. 1 Buchst. c EU-VO Nr. 207/2009

Der EuG hat entschieden, dass die Frage, ob gegen die Eintragung einer Marke ein absolutes Schutzhindernis spricht, für jede der angemeldeten Waren- und Dienstleistungsklassen getrennt zu beantworten ist. Zum Volltext der Entscheidung: Urteil des Gerichts (Erste Kammer)

In der Rechtssache T‑123/10

Paul Hartmann AG mit Sitz in Heidenheim an der Brenz (Deutschland), …

Klägerin,

gegen

Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM), zunächst vertreten durch B. Schmidt, dann durch R. Manea und R. Pethke als Bevollmächtigte,

Beklagter,

betreffend eine Klage gegen die Entscheidung der Vierten Beschwerdekammer des HABM vom 20. Januar 2010 (Sache R 601/2009-4) über die Anmeldung des Wortzeichens Complete als Gemeinschaftsmarke

erlässt

DAS GERICHT (Erste Kammer)

unter Mitwirkung … auf die mündliche Verhandlung vom 13.07.2011

folgendes

Urteil

Vorgeschichte des Rechtsstreits

1 Am 3. Dezember 2008 meldete die Klägerin, die Paul Hartmann AG, nach der Verordnung (EG) Nr. 40/94 des Rates vom 20. Dezember 1993 über die Gemeinschaftsmarke (ABl. 1994, L 11, S. 1) in geänderter Fassung (ersetzt durch die Verordnung [EG] Nr. 207/2009 des Rates vom 26. Februar 2009 über die Gemeinschaftsmarke [ABl. L 78, S. 1]) beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM) eine Gemeinschaftsmarke an.

2 Bei der angemeldeten Marke handelt es sich um das Wortzeichen Complete.

3 Die Marke wurde für folgende Waren der Klassen 5 und 10 des Abkommens von Nizza über die internationale Klassifikation von Waren und Dienstleistungen für die Eintragung von Marken vom 15. Juni 1957 in revidierter und geänderter Fassung angemeldet:

- Klasse 5: „Hygienepräparate für medizinische Zwecke; Pflaster, Verbandmaterial; Desinfektionsmittel; Windeln, Windeleinlagen, Höschenwindeln und Saugvorlagen, im Wesentlichen bestehend aus Papier, Zellstoff oder anderen Fasermaterialien als Einmalartikel, Fixierhöschen gewirkt und/oder gestrickt aus Textilfäden oder bestehend aus Zellstoff, zur Fixierung von Saugvorlagen, sämtliche vorgenannten Waren für die Inkontinentenversorgung”;

- Klasse 10: „Orthopädische Artikel; chirurgisches Nahtmaterial; Krankenunterlagen und Unterlagen für Inkontinente (soweit in Klasse 10 enthalten)”.

4 Mit Entscheidung vom 7. Mai 2009 wies der Prüfer die Anmeldung für alle beanspruchten Waren gemäß Art. 7 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 207/2009 zurück.

5 Am 27. Mai 2009 legte die Klägerin beim HABM nach den Art. 58 bis 64 der Verordnung Nr. 207/2009 gegen diese Entscheidung Beschwerde ein.

6 Mit Schreiben vom 21. Oktober 2009 teilte die Berichterstatterin der Vierten B…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Deutschland , Eug , Urteile & Beschlüsse , Absolutes , Beschreibend , Gemeinschaftsmarke , Absolutes Schutzhindernis , Europäisches Gericht , Fehlende Unterscheidungskraft , Complete , Homogene Gruppe

Erschienen 28. Februar 2012 auf http://damm-legal.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

EuG: Kein Markenschutz für “Golden Toast”

MarkenBlog | 19. Mai 2010 — In der Rechtssache T‑163/08 hat die Sechste Kammer des Europäischen Gerichts die Klage der Arbeitsgemeinschaft Golden Toast e. …

EuG: Kein Markenschutz für die Farbmarke der Bahn

MarkenBlog | 16. November 2010 — In der Rechtssache T‑404/09 hat das Europäische Gericht die Klage der Deutsche Bahn AG gegen die Entscheidung der Ersten Beschw…

Cloppenburg ist eintragungsfähig

MarkenBlog | 27. Oktober 2005 — das hat das Europäische Gericht Erster Instanz im Verfahren um die Klage der Peek & Cloppenburg KG gegen die Entscheidung d…

„TDI“ auch für Öle, Motoren und Reparaturen daran nicht schützfähig EuG, Urt. v. 28.01.2009 Az. T-174/ 07

Markenrecht-Blog.de | 18. April 2009 — Der Begriff TDI wird vom Verbraucher in erster Linie als Abkürzung für “Turbo Direct Injection” oder “Turbo Diesel Injection” v…

EuG: B&O gewinnt Verfahren um 3D-Marke

MarkenBlog | 31. Oktober 2007 — Im Verfahren um die Eintragbarkeit einer 3D-Marke für die Form eines Lautsprechers hat sich das dänische Unternehmen Bang &…

EuG: Die Marke “Highprotect” kann, da unmittelbar beschreibend, nicht für Stahlwaren eingetragen werden

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 21. Mai 2012 — EuGH, Urteil vom 06.03.2012, Az. T-565/10Art. 7 Abs. 1 lit. c EU-VO Nr. 207/2009 Der EuG hat entschieden, dass die Marke “H…

EuG: IKEA klagt für seine Farbmarke

MarkenBlog | 1. November 2005 — IKEA Systems B. V. aus den Niederlanden hat Klage gegen die Entscheidung des HABM und der Beschwerdekammer des HABM zur Zurückw…

EuG: “carcheck” trotz Wortneuschöpfung nicht als Marke eintragungsfähig

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 11. April 2011 — EuG, Urteil vom 24.03.2011, Az. T-14/10 Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung (EG) Nr. 207/2009 Das EuG hat entschieden, d…

Henkels Waschmitteltablette kommt vor den EuGH

MarkenBlog | 11. Mai 2006 — Die Henkel KGaA hat in der Rechtssache C-144/06 P beim Europäischen Gerichtshof Rechtsmittel gegen das Urteil des Gerichts Erst…

EuG: Audi-Slogan “Vorsprung durch Technik” ist ausreichend unterscheidungskräftig und daher als Marke einzutragen

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 8. April 2010 — EuG, Urteil vom 21.01.2010, Az. C‑398/08 P Art. 7 Abs. 1 Buchst. b; Art. 63 Verordnung (EG) Nr. 40/94 Der Europäische Geric…