Etikettenschwindel

Die geballte gesetzgeberische Intelligenz hat wieder zugeschlagen. Computerspiele sollen jetzt deutlich gekennzeichnet werden, wie FOCUS berichtet:

Der Bundestag beschloss mit den Stimmen der Großen Koalition am Donnerstag eine ent-sprechende Änderung des Jugendschutzgesetzes. Sie sieht unter anderem deutlich größere Altersfreigabe-Angaben auf den Verpackungen vor. ... Die Alterskennzeichen werden künf-tig, ähnlich wie die Warnhinweise auf Zigarettenpackungen, nicht mehr zu übersehen sein und mit einer großen Zahl auf das jeweils erlaubte Mindestalter hinweisen.

Dass man so den Reiz dieser Spiele eher erhöht (alte Erfahrung: Interessant ist das, was verboten ist), scheint dem Gesetzgeber in seiner unendlichen Weisheit ebenso unbekannt zu sein wie die Tatsache, dass gerade die zu schützenden Jugendlichen findig genug sind, sich diese Spiele unschwer anderweitig zu verschaffen.

Fazit: Wieder eine Warengruppe mit hässlichen Aufklebern verschandelt, Erfolg vorhersehbar eher gleich Null. Und als nächstes sind dann wohl die Bier- und Weinflaschen dran.

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Themen: Bundestag

Erschienen 8. Mai 2008 auf http://ra-melchior.blog.de.

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