EIN GUTER FREUND
LawBlog | 24. Oktober 2005 — Herr S. ist ein Freund. Ein guter Freund. Er hat nämlich von meinem Mandanten B. einen Auftrag erhalten: “Ich soll mich mit Ihn…
Mir reicht es jetzt. Leute wie zu Guttenberg sind Provinz- und Ressortpolitiker. Man schüttelt über sie den Kopf, wundert sich, schämt sich fremd – aber das geht vorbei.
Ich empfinde es allerdings als unerträglich, daß an der Spitze des Staates, dem ich meine Steuern anvertraue, ein Mann steht, der sich von Dritten begünstigen läßt. Schon als Privatmensch muß man sich fragen: was erwartet jemand, der mir einen Kredit gibt ? Eine Gegenleistung, einen Gefallen ? Und auf welcher Ebene – privat, beruflich ?
Diejenigen, die dieser Mann seine Freunde nennt, hätten von ihm ohne seine Ämter und Funktionen, seine Avancen und Ambitionen nicht Notiz genommen. Erst Recht hätten sie ihm kein Geld gegeben. Warum auch ?
Doch nehmen wir einmal an – was ja auch mal passieren kann – daß sich da tatsächlich zwei Menschen begegnet sind, die so gute Freunde wurden. Dann ist es neben vielen Vorteilen öffentlicher Ämter wie (und ich meine jetzt nur die rechtmäßigen) Reisen, Kontakte knüpfen, kultiviert speisen, stets vorrangig behandelt werden etc. ein hinzunehmender Nachteil, sich das Risiko zu verkneifen, daß selbst ein so guter Freund dann doch irgendwann eine Gegenleistung einfordert.
Alles andere ist entweder Naivität oder Korruptheit. Ich selbst halte mich weder für naiv noch für korrupt, zumindest möchte ich es nicht sein. Dementsprehend will ich mich nicht von jemandem vertreten lassen, der auch nur eine dieser Eigenschaft erfüllt.
Geht dieser Wunsch in Erfüllung ? Ich fürchte nicht. Die Strategie des Schweigens, Wegduckens und Verharmlosens scheint auch hier Erfolg zu haben. Und das Erstaunlichste dabei: die Umfragen legen nahe, daß das Volk den Präsidenten hat, …
» Vollständiger ArtikelErschienen 25. Dezember 2011 auf http://blog.firstlex.de.
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