Es könnte der Auftakt für eine Prozesswelle sein

Die milliardenschwere Siemens-Schmiergeldaffäre kommt ab Montag erstmals vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Untreue in 58 Fällen vor. Der Prozess vor dem Münchner Landgericht reiche aber weit über den konkreten Fall hinaus, meint Professor Manuel René Theisen von der Ludwig-Maximilians-Universität München. „Es könnte der Auftakt für eine Prozesswelle sein“, sagt der Betriebswirtschaftler. Denn fast 300 Beschuldigte hat die Münchner Staatsanwaltschaft bei ihren Mammutermittlungen im Visier, darunter auch vier ehemalige Vorstände. Der nun angeklagte Reinhard S. gilt als Schlüsselfigur in dem Korruptionsskandal. Er soll mit den Ermittlern schon früh kooperiert haben, um das komplizierte Schmiergeldsystem aufzudecken.

Der einstige Manager soll der Anklage zufolge ein ausgeklügeltes System aus Briefkastenfirmen und Scheinberaterverträgen entwickelt haben und so über Jahre hinweg über 50 Millionen Euro in schwarze Kassen geleitet haben. Daraus wiederum soll Geld an Entscheidungsträger geflossen sein, um Aufträge für Siemens zu erlangen. Dem Ex-Manager droht eine mehrjährige Haftstrafe. (…)

Quelle: Handelsblatt vom 23.05.2008

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Themen: Rechtsprechung , Mnchen , Siemens

Erschienen 23. Mai 2008 auf http://log.handakte.de/.

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