Erster Todesfall in Deutschland durch Schweinegrippe
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Düsseldorf/Berlin (Reuters) - In Deutschland gibt es den ersten Todesfall durch die Schweinegrippe.
Die Uniklinik Essen teilte am Donnerstag mit, das H1N1-Virus sei für den Tod einer 36-jährigen Risikopatientin verantwortlich. Dies hätten Wissenschaftler in umfangreichen Untersuchungen festgestellt. Nach Kenntnis der Uni-Klinik und des Robert-Koch-Instituts (RKI) sei dies der erste Fall in Deutschland, ergänzte ein Klinik-Sprecher. Eine RKI-Sprecherin betonte in Berlin, mit dem Todesfall habe sich die Lage in Deutschland nicht verändert, eine erhöhte Ansteckungsgefahr gebe es nicht.
Die Frau war bereits am 25. September an Lungen- und Multiorganversagen gestorben. Bei der übergewichtigen Risikopatientin waren nach Angaben der Uni-Klinik bereits bei der Aufnahme neben dem H1N1-Virus mehrere Antibiotika-resistente Bakterien festgestellt worden. Die Experten gingen davon aus, dass das Schweinegrippe-Virus für die Infektion auch mit diesen Keimen den Boden bereitet hat. Die Komplikationen der Viruserkrankung hätten letztlich zum Tod geführt.
Am Dienstag war in München ein Todesfall registriert worden, der auch in Zusammenhang mit der Schweinegrippe stand. Ein fünf Jahre alter Junge starb durch eine Lungenentzündung, allerdings wurde bei ihm auch das H1N1-Virus nachgewiesen. Auch hier hieß es beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit, aus dem Fall lasse sich nicht folgern, dass die von dem Virus ausgehende Gefahr zunehme.
Die epidemiologische Lage habe sich in Deutschland mit dem Todesfall nicht verändert, bekräftigte die RKI-Sprecherin. Nach Angaben des Instituts sind in der letzten Septemberwoche knapp 900 Neuinfektionen registriert worden, die meisten davon in Bayern. In Deutschland haben sich damit laut Robert-Koch-Institut seit Ende April mehr als 22.000 Menschen mit dem neuen H1N1-Erreger infiziert. Die Krankheit verlief in den meisten Fällen eher mild. Experten schließen aber eine zweite, heftigere Krankheitswelle im Herbst nicht aus.
Mit der Massenimpfung gegen den Erreger soll in der zweiten Oktoberhälfte begonnen werden. Vorrangig werden Risikogruppen und Beschäftigte von Gesundheits- und Sicherheitsdiensten immunisiert.
Erschienen 8. Oktober 2009 bei http://www.reuters.com.
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