Ermittler: Stollen-Diebstahl war Auslöser für Datenskandal

Berlin (Reuters) - Der Skandal um den Verlust Zehntausender Kreditkarten-Daten ist nach Behördenangaben durch den Versuch zweier Kurierdienst-Mitarbeiter ausgelöst worden, den Diebstahl eines Christstollens zu vertuschen.

Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Freitag mitteilte, gestanden die beiden Männer im Alter von 27 und 35 Jahren, den Stollen aus einem Paket an den Chefredakteur der "Frankfurter Rundschau" gestohlen zu haben. Den Adressaufkleber hätten sie dann auf eine von mehreren Sendungen mit den Kreditkarten-Kundendaten geklebt. Diese gelangte dadurch zu der Zeitung, die den Vorfall publik machte und damit eine neue Runde der Datenschutz-Debatte eröffnete.

Den Ermittlungen zufolge war das von einem Stuttgarter Unternehmen abgeschickte Stollen-Päckchen an den "Rundschau"-Chefredakteur bei der gleichen Paketsammmelstelle in Mainz gelandet wie sechs Pakete des Frankfurter Finanzdienstleisters Atos Worldline an die Landesbank Berlin. Beim Sortieren der Sendungen sei den beiden Verdächtigen, die für ein Subunternehmen des beauftragten Kurierdienstes arbeiten, das Paket mit dem Stollen aufgefallen. Um dessen Diebstahl zu vertuschen, hätten sie nur fünf der Atos-Pakete Pakete normal weitergeleitet und das sechste anstelle des entwendeten Gebäckstücks an die Zeitung versandt. Auf diese Weise sei das Atos-Paket mit 907 Microfiches, die Tausende Kreditkartenabrechnungen enthielten, sowie mit acht nicht zustellbaren, ungeöffneten PIN-Briefen mit Geheimnummern in die Redaktion gelangt.



Quelle: Reuters (19. Dezember 2008)

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Themen: Berlin , Skandal , Staatsanwaltschaft Frankfurt , Stollen

Erschienen 19. Dezember 2008 bei http://www.reuters.com.

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