Endstation Platz 11

Verdient ist der 1. FC Köln gestern gegen die Amateure von Werder Bremen aus dem DFB-Pokal-Wettbewerb ausgeschieden.

Vor ca. 1500 mitgereisten Kölner Fans begann das neue Team von Trainer Christoph Daum zunächst sehr ansehnlich: Nach 23 Minuten stand es bereits 2:0 für die Gäste und die Fans richteten sich bereits auf den erwarteten Kantersieg ein. Leider nicht nur die Fans, denn nach dem 2:0 begannen die hoch bezahlten Profi-Kicker des FC sich auf dem Erreichten auszuruhen und wurden nachlässig. Die ob des prominenten Gegner besonders motivierten Bremer merkten überrascht “Oh, da geht ja noch was!” und übten fortan fleissig Druck aus, der sich dann bald im Anschlußtreffer niederschlug.

Bei den Spielern des FC begann darauf das große Nervenflattern. Anstatt sich um das notwendige 1:3 zu kümmern, das auch zu diesem Zeitpunkt durchaus noch im Bereich des Möglichen lag, haderte man mich sich selbst. Es war keine Ordnung mehr im Spiel, der Kampfgeist wurde in der Halbzeitpause offenbar schon auf die Rückreise geschickt und so folgte dann das 2:2.

Was Tobias Nickenig dann in der Verlängerung dazu bewogen hat, den Bremern mit einem Handspiel im Strafraum zum Einstieg in die nächste Runde zu helfen, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Nach der 3:2 Führung der Bremer aufgrund des fälligen Elfmeters brach die Mannschaft des FC dann völlig auseinander und kassierte noch das überflüssige, aber unbedeutende 4:2.

Diese Niederlage ist kein Beinbruch. Schließlich handelt es sich um eine völlig neu zusammengestellte Mannschaft, die sich nun erst noch einspielen und bewähren muß. Niederlagen gehören dazu - sie müssen aber die Ausnahme bleiben.

Für den Tiefpunkt des Tages sorgten aber weder die Spieler des 1. FC Köln, noch die zahlreichen Baustellen auf der A1: Diese zweifelhafte Ehre gebührt den Mitgliedern der “Wilden Horde“, die es für angebracht hielten, den wahrscheinlich im nächsten Jahr zu Bayer Leverkusen wechselnden Kölner Spielführer Patrick Helmes auf das Übelste zu beschimpfen. Allen voran “Megaphon-Man Pete”. Gemeinsam legte man dem Spieler Helmes nahe, die Kapitänsbinde abzustreifen und teilte ihm zugleich noch die Lieblingsbeschäftigung der “Wilden Horde” mit, von deren wörtlicher Wiedergabe hier aus Jugendschutzgründen abgesehen wird. Es hat entfernt mit Schuhe putzen zu tun.

Diese Beschimpfungen waren nicht nur beleidigend, sondern auch völlig unproduktiv. Auf solcher Art Support kann der Verein verzichten. Solange Patrick Helmes das Trikot des 1. FC Köln trägt, verdient er die Unterstützung durch die Fans. Wem es nicht gefällt, daß er die Kapitänsbinde trägt, mag sich bei Trainer Christoph Daum darüber beschwerden.

Es ist an der Zeit, daß der Verein Konsequenzen zieht: Wer über 300 Kilometer fährt, um lautstark den eigenen Spielführer zu beschimpfen, hat es nicht verdient, sich “Fan” nennen zu dürfen. Solche Leute haben im Stadion nichts verloren. Sie sollten für die Auswärtsspiele keine Karte mehr kaufen dürfen und die Dauerkarte sollte der Verein ihnen wegen vereinsschädigendem Verhalten umgehend kündigen und ein Hausverbot aussprechen.

Es reicht.

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Erschienen 6. August 2007 auf http://rheinrecht.wordpress.com.

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