Endlich kann ich meine Mandanten kennenlernen

Zwei Mandanten, die ich bereits seit einiger Zeit vertrete, bislang aber noch nicht persönlich kennen gelernt habe, stehen jetzt endlich für eine persönliche Rücksprache zu Verfügung. Der eine ist nach rund fünfmonatiger Auslieferungshaft heute von Bulgarien nach Deutschland gebracht worden und sitzt jetzt in einem niederrheinischen Gefängnis. Die Tat, die ihm vorgeworfen wird, ist schon 10 Jahre her und seine damaligen mutmaßlichen Mittäter haben ihre Haftstrafen von 6 und 7 Jahren schon längst verbüßt. Der andere wird morgen von Spanien nach Deutschland gebracht; gegen ihn war ein Europäischer Haftbefehl erlassen worden, der in dem Mittelmeerland vollstreckt wurde. Rund 7 Wochen hat die Auslieferung nach Deutschland gedauert, jetzt wartet auf ihn ebenfalls ein schwergewichtiges Verfahren. Natürlich wäre es mir sympathischer, die Mandanten in meiner Kanzlei zur Rücksprache empfangen zu können, aber so werde ich mich halt in beiden Fällen in die Untersuchungshaftanstalt begeben müssen. Wichtig ist, dass ich endlich erfahre, wie die Mandanten zu den Tatvorwürfen stehen, denn die Aktenlage sieht in beiden Verfahren recht düster aus. Aber manchmal ergeben sich in persönlichen Rücksprachen Aspekte, auf denen man eine Verteidigungslinie aufbauen kann, die dann vielleicht doch erfolgversprechend ist. Gut, dass jetzt richtig gearbeitet werden kann. Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER

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Themen: Mandanten

Erschienen 29. November 2006 auf http://www.strafblog.de.

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