Arbeitsmarktausblick hellt sich immer mehr auf
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Berlin (Reuters) - Experten der Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnen ab Herbst mit einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit, so dass am Jahresende die Marke von vier Millionen überschritten wird.
"Der Prognose nach werden wir am Jahresende schon deutlich über vier Millionen Arbeitslose haben", sagte die Konjunkturexpertin des BA-Forschungsinstituts IAB, Sabine Klinger, am Mittwoch zu Reuters. Bislang hätten die Unternehmen noch in unerwartet hohem Maße an ihren Beschäftigten festgehalten. "Das werden sie nur bis zum Herbst durchhalten können", sagte Klinger.
Im Mai waren 3,46 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Aus der Einschätzung des IAB ergibt sich, dass bis Jahresende weit über eine halbe Million Erwerbslose hinzukommen. Das IAB legte am Mittwoch seine Prognose für 2009 und 2010 vor. Für dieses Jahr rechnen die Forscher unverändert mit einem Anstieg der durchschnittlichen Arbeitslosenzahl um 430.000 auf 3,7 Millionen. Dies sei auch angesichts eines erwarteten Rückgangs der Wirtschaftsleistung um sechs Prozent keineswegs zu optimistisch.
ARBEITSLOSENZAHL STEIGT LANGSAMER ALS IN ANDEREN KRISEN
Trotz des stärksten Einbruchs des Wirtschaftswachstums seit den 30er Jahren steigt die Arbeitslosigkeit bislang langsamer als in früheren Krisenjahren. Viele Unternehmen haben nach Einschätzung des IAB auf Verringerung der Arbeitszeit etwa durch Abbau von Überstunden und Arbeitszeitkonten gesetzt, um ihren Personaleinsatz ohne Entlassungen an die schlechtere Auftragslage anzupassen. Dazu trage auch die Ausweitung der Kurzarbeit bei.
Für 2010 geht das IAB dann von einer weitaus stärkeren Zunahme der Arbeitslosigkeit um 760.000 Erwerbslose auf fast 4,5 Millionen im Jahresdurchschnitt aus. Die Forscher erwarten dann zwar nur eine Stagnation der Wirtschaft. "Die Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeitgestaltung dürften dann ausgereizt sein", schreiben die Forscher aber. Zudem werde es 2010 mit 500.000 Kurzarbeitern nur halb so viele geben wie für 2009 erwartet.
Auch die Erwerbstätigenzahl wird deutlich sinken. Für 2009 gehen die Forscher von einem Rückgang um 580.000 auf weniger als 39,8 Millionen Erwerbstätige aus. Für 2010 sei mit einer Abnahme um 1,1 Millionen auf gut 38,6 Millionen zu rechnen.
Erschienen 10. Juni 2009 bei http://www.reuters.com.
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