Ekelhaft! Tierabfälle in der Leberwurst
am 03.06.2006 von strafblog
stern.de bringt ein Interview mit einem anonym bleibenden Insider der Fleischwirtschaft, der sich über die illegalen Praktiken bei der Verwertung nicht für menschlischen Genuss geeigneter Tierabfälle äußert. Der Mann meint, aufgrund der laschen Kontrollen sei es sehr leicht, als Tiernahrung zugelassene Fleischabfälle in den Lebensmittelmarkt für Menschen zu verschieben. Sogenannte Kategorie-3-Betriebe holten die Ware in Containern, die mit Aufklebern Kategorie-3-Ware, nicht für menschlichen Verzehr geeignet versehen seien, am Schlachthof ab, entfernten die Aufkleber und verkauften die inzwischen tiefgeforene Ware dann mit einem Lieferschein, auf dem die Zulassungsnummer des Schlachthofs vermerkt sei, weiter. Gegebenfalls schalte man als Partner auch einen Lebensmittelbetrieb ein und verwende dessen Zulassungsnummer. Von den als Abfall ausgesonderten Karkassen wandern nach Schätzung des Informanten rund 70 Prozent wieder in die menschliche Nahrungskette, bei Innereien sei es weniger, aber schlechte Lebern würden relativ oft in Leberwurst verarbeitet. Schweineschwarten würden ziemlich oft von Hundefutterbetrieben für kleines Geld aufgekauft, dort umetikettiert und lebensmitteltauglich gemacht. Die meisten in der Branche wüssten, was passiert, würden sich aber ins System einpassen, um an den Gewinnen zu partizipieren.
Na dann, guten Appetit!
Autor: RA Rainer Pohlen
Kanzlei POHLEN + MEISTER
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