EKD-Ratsvorsitzende warnt vor Steuersenkungen auf Pump

Berlin (Reuters) - Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, hat die schwarz-gelbe Regierung vor weiteren Steuersenkungen auf Pump gewarnt.

"Wir können der nachwachsenden Generation nicht noch mehr Schulden hinterlassen", sagte Käßmann am Donnerstagabend in einem Interview mit Reuters TV. Steuersenkungen würden viele Bereiche negativ treffen, etwa die Armutsbekämpfung in den Kommunen aber auch bei den Kirchen. Die Bischöfin verwies darauf, dass die Bundesrepublik in der Rangliste der Länder mit den meisten Schulden weltweit an zehnter Stelle stehe.

Käßmann betonte, die Steuerzahler gehörten letztlich zu den Leistungsträgern in der Gesellschaft und befänden sich in der glücklichen Lage, einen Beruf ausüben zu können. Steuern seien letztlich auch etwas Positives, weil sie Schulen und Straßen für alle Menschen schüfen. Hier müsse ein Umdenken stattfinden. "Da darf sich Politik nicht nur treiben lassen von öffentlicher Meinung, sondern darf auch sagen, wir haben langfristige Visionen und Konzepte." Als positives Signal wertete die EKD-Ratsvorsitzende die Ergebnisse einer Umfrage, wonach gerade Gutverdiener weitere Steuerentlastungen skeptisch sehen.

Käßmann war am Donnerstagabend gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, zu Gast bei der Klausur des CDU-Bundesvorstands in Berlin.



Quelle: Reuters (15. Januar 2010)

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Themen: Berlin , Germany , Cdu , Western Europe , Europe , German General News , Domestic Politics , Central And Eastern Europe , Government Debt (national) , Negativ , General News , Ekd , Macro-economics , Tax , Religion And Belief (extend Definition) , Politics International Affairs And Law

Erschienen 15. Januar 2010 bei http://www.reuters.com.

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