Guttenberg: Truppen in Afghanistan werden ab Juli aufgestockt
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Berlin (Reuters) - Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, zieht die Legitimation des deutschen Afghanistan-Einsatzes in Zweifel.
Der Konflikt in Afghanistan sei aus dem Ruder gelaufen, sagte Schneider dem "Hamburger Abendblatt" (Samstagausgabe). Die Rechtfertigung des Bundeswehr-Einsatzes sei äußerst brüchig geworden. "Wir laufen Gefahr, dass der Einsatz völlig seine Legitimation verliert", warnte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Deutschland dürfe nicht "zu so etwas wie einem langjährigen Besatzer werden". Das wäre eine fatale Entwicklung. Daher müsse sich im Windschatten der amerikanischen Exit-Strategie auch für Deutschland eine Abzugsperspektive ergeben.
Schneider lobte seine Amtsvorgängerin Margot Käßmann, die mit ihrem Satz "Nichts ist gut in Afghanistan" eine breite gesellschaftliche Diskussion über den Einsatz am Hindukusch ausgelöst hatte. Der Satz sei zugespitzt gewesen und habe eine wichtige Wirkung entfaltet. "Insofern war er gut." Und wenn die Politik keine klaren Worte finde, müsse die Kirche es sagen: "Was in Afghanistan passiert, ist Krieg."
Der Bundestag hatte Ende Februar ein neues Mandat für den Bundeswehreinsatz beschlossen, mit dem die Bundesregierung die Weichen für einen Abzug aus Afghanistan ab 2011 stellen will. Die neue Strategie legt den Schwerpunkt auf die Ausbildung der afghanischen Armee und Polizei sowie auf die zivile Hilfe. Bei der Bundeswehr soll die Zahl der Ausbilder für die afghanischen Sicherheitskräfte von 280 auf 1400 steigen. Die zivile Wiederaufbauhilfe wird auf 430 Millionen Euro verdoppelt. Derzeit sind nach Angaben der Bundeswehr 4540 deutsche Soldaten am Hindukusch im Einsatz. Das Mandat zieht eine Obergrenze 5350 Soldaten, wovon 350 als Reserve dienen.
Erschienen 2. April 2010 bei http://www.reuters.com.
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