Einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung in der Revisionsinstanz

Wird Revision gegen ein vorläufig vollstreckbares Urteil eingelegt, so ordnet das Revisionsgericht auf Antrag an, dass die Zwangsvollstreckung einstweilen eingestellt wird, wenn die Vollstreckung dem Schuldner einen nicht zu ersetzenden Nachteil bringen würde und ein überwiegendes Interesse des Gläubigers nicht entgegensteht (§ 719 Abs. 2 Satz 1 ZPO). In dem Verfahren über eine Nichtzulassungsbeschwerde ist diese Norm entsprechend anwendbar (§ 544 Abs. 5 Satz 2 ZPO). Die Einstellung der Zwangsvollstreckung kommt hiernach nur in eng begrenzten Ausnahmefällen als letztes Hilfsmittel des Vollstreckungsschuldners in Betracht.

Nicht unersetzlich sind Nachteile, die der Schuldner selbst vermeiden kann. Wenn er die Vollstreckung mittels ausreichend begründbarer und zumutbarer Anträge nach § 712 Abs. 1 Satz 1 oder Satz 2 ZPO, gegebenenfalls über eine Ergänzung nach § 716 ZPO abwenden kann, ist der Einstellungsantrag zurückzuweisen.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 28. August 2007 - V ZR 106/07

Diese Beiträge dürften Sie ebenfalls interessieren: Einigungsgebühr … » Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Revision , Zwangsvollstreckung , Zpo , Bundesgerichtshof , Zivilprozess , Einstweilige Einstellung Der Zwangsvollstreckung , Einstweilige Einstellung

Erschienen 23. Januar 2009 auf http://www.rechtslupe.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren
Auch zu Einstweilige Einstellung:

Die Herausgabe einer Weide in der Zwangsvollstreckung

Rechtslupe | 16. Januar 2009 — Muss der Schuldner aufgrund eines Titels ein grundbuchmäßig hinreichend bestimmtes Grundstück herausgeben, erfolgt die Zwangs…

Einstellung der Zwangsvollstreckung im Revisionsverfahren

Rechtslupe | 4. Januar 2010 — Wird Revision gegen ein für vorläufig vollstreckbar erklärtes Berufungsurteil eingelegt, so ordnet das Revisionsgericht auf Ant…

Insolvenzanfechtung von Zahlungen an den Gerichtsvollzieher

Rechtslupe | 30. März 2009 — Erlangt ein Gläubiger Befriedigung im Wege der Zwangsvollstreckung, fehlt es regelmäßig an der für eine Vorsatzanfechtung erfor…

Zwangsvollstreckung per Internet

Rechtslupe | 19. Februar 2009 — Künftig soll die Versteigerung von Gegenständen, die vom Gerichtsvollzieher in der Zwangsvollstreckung gepfändet wurden, einfac…

Weiterbeschäftigungsanspruch Vollstreckung: PKH in der Zwangsvollstreckung

Rechtslupe | 4. Januar 2010 — Auch bei der eingeschränkten pauschalen Bewilligung der Prozesskostenhilfe für die Zwangsvollstreckung gemäß § 119 Abs. 2 ZPO i…

Einstweilige Einstellung der Vollstreckung eines Weiterbeschäftigungstitels

Rechtslupe | 12. August 2010 — Macht der Arbeitgeber geltend, dass der erstinstanzlich ausgeurteilte Weiterbeschäftigungsanspruch durch eine nach Schluss der …

Einigungsgebühr für einen Vertragsentwurf

Rechtslupe | 29. Dezember 2008 — Die Ausarbeitung des Entwurfs eines Vertrages, der danach abgeschlossen wird, kann - sofern damit eine auf ein Rechtsverhältnis…

Zwangsvollstreckung gegen die Gemeinde als Arbeitgeberin

Rechtslupe | 16. März 2010 — § 15 Nr. 3 EGZPO ermöglicht landesgesetzlichen Vorschriften über die Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen gegen eine Gem…

Insolvenz trotz einstweiliger Einstellung der Zwangsvollstreckung

Rechtslupe | 8. Februar 2010 — Wird der von einem Gläubiger gestellte Insolvenzantrag allein auf eine Forderung aus einer vollstreckbaren Urkunde gestützt und…

Drittschuldnerklage und die Kosten der Zwangsvollstreckung

Rechtslupe | 3. Februar 2010 — Die dem Gläubiger in Vorbereitung eines nicht von vornherein aussichtslosen Drittschuldnerprozesses entstandenen notwendigen Ko…