Einseitige Versetzung in den einstweiligen Ruhestand

Für die Anwendung des § 4 Satz 1 KSchG ist kein Raum, wenn keine Kündigungserklärung vorliegt, sondern die Parteien um die Änderung des Inhalts des Arbeitsverhältnisses oder seine Beendigung in anderer Weise als durch Kündigung streiten. Es fehlt an der für eine Analogie erforderlichen, positiv festzustellenden Gesetzeslücke, weil der Gesetzgeber eine einheitliche Klagefrist nur in den Fällen anordnen wollte, in denen der Arbeitnehmer die Rechtsunwirksamkeit einer Arbeitgeber-kündigung geltend machen will.

Behält sich der Arbeitgeber in Anlehnung an das Beamtenrecht die einseitige Versetzung des Arbeitnehmers in den einstweiligen Ruhestand vor, ohne dafür eine Kündigung erklären zu müssen, ist eine derartige Bestimmung wegen der Umgehung zwingender kündigungsschutz-rechtlicher Bestimmungen nichtig.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 5. Februar 2009, 6 AZR 151/08

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Themen: Bundesarbeitsgericht , Kündigungsschutzklage , 58er Regelung , Einstweiliger Ruhestand

Erschienen 3. Juni 2009 auf http://www.rechtslupe.de.

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