Geplante Betreuung Demenzkranker durch Arbeitslose geregelt
Reuters | 19. August 2008 — Berlin (Reuters) - Die geplante Betreuung Demenzkranker durch Arbeitslose nimmt konkrete Formen an. Der Spitzenverband der ge…
Berlin (Reuters) - Die Betreuung Demenzkranker durch Tausende Arbeitslose kann im September starten.
Das Gesundheitsministerium kündigte am Freitag an, mit der Genehmigung der Qualitätsrichtlinie der Kassen grünes Licht zu geben. Die künftigen Pflegeassistenten sollten mit ihrer Arbeit auch ihren Lebensunterhalt bestreiten können, sagte Staatssekretär Klaus Theo Schröder. Als Maßgabe nannte er einen Lohn von 7,50 Euro pro Stunde. Auch könnten die erworbenen Kenntnisse bei einer Weiterqualifizierung - etwa zur Altenpflegehelferin - angerechnet werden. Es handele sich somit um keine "Sackgassen-Tätigkeit".
Der Einsatz der zusätzlichen Betreuer ist Teil der Pflegereform, die seit dem 1. Juli in Kraft ist. Für je 25 Bewohner mit Demenz, psychischen Erkrankungen oder geistiger Behinderung darf ein Heim eine solche Pflegeassistenz anstellen. Diese soll bei der Freizeitgestaltung zur Seite stehen und etwa malen, kochen oder spazieren gehen. In erster Linie richtet sich das Angebot an Arbeitslose mit Vorerfahrungen in Pflegeberufen. Sie können durch die Arbeitsagenturen vermittelt werden. Bewerben können sich aber auch Frauen, die nach einer Familienphase zurück ins Berufsleben wollen.
Bewerber sollen sich bei einem fünftägigen Praktikum zunächst ein Bild von den künftigen Aufgaben machen. Dem schließen sich 160 Unterrichtsstunden und ein zweiwöchiges Betreuungspraktikum an. Allerdings soll für Personen mit beruflichen Vorqualifikationen zunächst ein Crashkurs von 30 Stunden ausreichend sein, wobei die übrigen Kurse nachgeholt werden müssen. Die ersten Betreuer können so schon nächsten Monat ihre Arbeit aufnehmen.
Die Regierung schätzt, dass die Zahl auf 10.000 Pflegeassistenten anwachsen wird, was etwa 200 Millionen Euro kosten soll. Das Ministerium versicherte, die Summe sei in der Pflegereform einberechnet worden und es gebe Spielraum nach oben. Das Ziel stabiler Beiträge bis 2014 sei daher nicht gefährdet. Von Pflegeexperten und der Opposition war in Zweifel gezogen worden, ob etwa Langzeitarbeitslose für diese Tätigkeit geeignet sind. Die Regierung wies dies erneut zurück.
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