Einigung im Milliardenpoker um A400M rückt näher

Berlin (Reuters) - Im Milliardenpoker um den Militärtransporter A400M rückt eine Einigung näher.

Die Abnehmerstaaten wollten dem Hersteller EADS einen neuen Vorschlag zur Finanzierung des größten europäischen Rüstungsprojekts unterbreiten, kündigte der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums, Steffen Moritz, am Montag in Berlin an. Dies solle noch im Laufe des Tages geschehen. Dann komme es darauf an, wie die Industrie auf das Angebot reagiere.

Eine Einigung ist nach Angaben aus Verhandlungskreisen in greifbarer Nähe. Die Staaten böten EADS mittlerweile zusätzlich zu den bisher schon offerierten zwei Milliarden Euro, die über verringerte Abnahmezahlen zustande kommen könnten, auch noch Kreditgarantien in Höhe von 1,5 Milliarden Euro an. EADS selbst will von den auf insgesamt 7,6 Milliarden Euro veranschlagten Mehrkosten 3,2 Milliarden Euro übernehmen. Als offenes Risiko blieben damit noch 900 Millionen Euro.

Ursprünglich hatten die Vertragspartner einen Festpreis von 20 Milliarden Euro für 180 Maschinen vereinbart. EADS drohte jedoch immer wieder mit dem Ausstieg aus dem europäischen Prestigeprojekt, falls die Staaten sich nicht massiv an den Mehrkosten beteiligen sollten. Deutschland ist mit 60 Flugzeugen größter Abnehmer des A400M.

Moritz wollte sich zu Details des Angebots an EADS nicht äußern. Die Abnehmerstaaten bekräftigten nach seinen Worten jedoch ihre verbindliche Absicht, das A400M-Projekt fortsetzen zu wollen. Alle Seiten versuchten nach wie vor, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden. Vor allem EADS hatte zuletzt Druck gemacht, weil der Konzern seine Bücher für das vergangene Geschäftsjahr schließen muss. Eine abschließende Einigung steht nach Angaben des Verteidigungsministeriums unter dem Vorbehalt, dass diese von den Parlamenten der Bestellerstaaten gebilligt wird.

Probleme hat Airbus einem Zeitungsbericht zufolge auch mit dem neuen Langstreckenflugzeug A350. Es zeichne sich ab, dass der A350 mindestens ein halbes Jahr später als geplant ausgeliefert werden könne, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Branchenkreise. Das Flugzeug könne damit frühestens Ende statt Mitte 2013 auf den Markt kommen. Denkbar sei aber auch eine weit größere Verspätung von ein bis zwei Jahren. Airbus wies den Bericht zurück.



Quelle: Reuters (15. Februar 2010)

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Themen: Deutschland , Berlin , Germany , Western Europe , Europe , German General News , Sprecher , Spain , Risiko , United Kingdom , Eads , France , Aerospace And Defense

Erschienen 15. Februar 2010 bei http://www.reuters.com.

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