Einigung bei Erbschaftsteuer!?

Mit der heutigen Sitzung beendete die politische Arbeitsgruppe zur Reform des Erbschaftssteuerrechts in Deutschland unter Leitung des Bundesfinanzministers Bundesfinanzministers Peer Steinbrück und des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ihre Arbeit. Die dabei erzielten Ergebnisse werden nun dem Koalitionsausschuss vorgestellt und anschließend Gegenstand der konkreten Gesetzgebungsarbeit der Bundesregierung. Ziel ist es, dass neue Recht rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft treten zu lassen.

Nach Ansicht des Ministeriums bedeutet dies für die Bürgerinnen und Bürger Rechtssicherheit im Erbfall. Mit der Umsetzung der beschlossenen Eckpunkte werde es in Deutschland wieder ein verfassungskonformes Erbschaftssteuerrecht geben, das den Ländern auf dem heutigen Niveau von 4 Milliarden Euro auch künftig stabile Erbschaftssteuereinnahmen sichere. Die Bewertung und Besteuerung des Grundvermögens werde mit Wirkung zum 1. Januar 2007 den verfassungsrechtlichen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts entsprechen und eine realitätsgerechte Bewertung aller Vermögensklassen nach Verkehrswerten sicherstellen. Für Ehegatten, Kinder und Enkel werde durch eine kräftige Anhebung der persönlichen Freibeträge in der Steuerklasse I auf 500.000 € für Ehegatten, 400.000 € für jedes Kind und 200.000 € für jeden Enkel sichergestellt, dass es beim Übergang des privat genutzten Wohneigentums auch künftig im Regelfall zu keiner zusätzlichen Belastung kommt. Das Erben eines normalen Einfamilienhauses bleibe damit auch weiterhin steuerfrei.

Für die Unternehmensnachfolge insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen hält die Koalition ihre Zusage ein, dass der Betriebsübergang steuerfrei bleibt, soweit die Arbeitsplätze im Betrieb über 10 Jahre mehrheitlich erhalten bleiben werden und der Betrieb über 15 Jahre in seinem vermögenswerten Bestand fortgeführt wird.

Roland Koch und Peer Steinbrück äußerten sich zufrieden über das heute Erreichte:

“Wer auch immer der Großen Koalition vorwirft, sie sei reformunfähig, der wird eines Besseren belehrt. Wir haben heute einen großen Schritt in Richtung eines modernen und standortfreundlichen Erbschaftssteuerrechts getan. Jetzt gilt es, in der gebotenen Sorgfalt die Eckpunkte in ein Gesetzeswerk umzugießen und damit auch dieses steuerrechtliche Großprojekt erfolgreich abzuschließen. Wir hoffen und sind zuversichtlich, wie bei der Unternehmenssteuerreform einen Beitrag zum Erfolg der Koalition beitragen zu können.”

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) warnt dabei vor erheblichen Steuermehrbelastungen. “Das Beste wäre, diese komplizierte und verwaltungsaufwendige Steuer endlich abzuschaffen”, sagte Dr. Karl Heinz Däke, Präsident des Bundes der Steuerzahler. “Sollte sich dieser Vorschlag jetzt politisch nicht durchsetzen lassen, darf zumindest kein Mehraufkommen erzielt werden.”

Nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler kan…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Gesetzgebung , Schenkungsteuer , Roland Koch
Rechtsgebiet: Verfassungsrecht

Erschienen 6. November 2007 auf http://www.steuerrechtblog.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Reform des Erbschaftsteuerrechts geht voran

Erbrechtsblog | 6. November 2007 — Mit der heutigen Sitzung beendet die politische Arbeitsgruppe zur Reform des Erbschaftssteuerrechts in Deutschland unter Leitun…

Abschaffung Erbschaftsteuer: Bund der Steuerzahler fordert Abschaffung der Erbschaftsteuer

STEUERRECHT | 6. Juli 2007 — Die Erbschaftsteuer sollte abgeschafft werden! Das fordert der Bund der Steuerzahler (BdSt) aus Anlass des heutigen Arbeitsbegi…

Koalition einigt sich bei der Erbschaftsteuer

STEUERRECHT | 7. November 2008 — Die Parteien der Großen Koalition in Berlin haben sich gestern auf die Eckpunkte einer Erbschaftsteuerreform geeinigt. Das neue…

Wachstumsorientierte Unternehmensteuerreform für Deutschland

STEUERRECHT | 2. November 2006 — Die Arbeitsgruppe zur “Reform der Unternehmenssteuer in Deutschland” der Großen Koalition hat sich heute auf Eckpunkte einer kü…

BdSt warnt bei Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer vor Bürokratie und Rechtsunsicherheit

STEUERRECHT | 25. Januar 2008 — Anlässlich der Sitzung im Bundestag zur Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer kritisiert der Bund der Steuerzahler (BdSt)…

BdSt fordert Einführung eines “Tarifs auf Räder”

STEUERRECHT | 10. Mai 2008 — Der Bundesfinanzminister Peer Steinbrück will ein Steuerentlastungspaket schnüren. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) begrüßt d…

BdSt: Umstellung der Schuldenuhr

STEUERRECHT | 2. August 2007 — Bund der Steuerzahler fordert Schuldenverbot Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat gestern am 1. August 2007 um 12 Uhr seine…

BdSt lässt Neuregelung der Entfernungspauschale gerichtlich überprüfen

STEUERRECHT | 1. Dezember 2006 — Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat heute einen Musterprozess gegen die von der Großen Koalition mit dem Steueränderungsgese…

Koalition greift bei Unternehmensteuerreform Vorschläge des BdSt auf

STEUERRECHT | 16. Mai 2007 — Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben am Montag Veränderungen bei der Unternehmensteuerreform verabredet. Die Finanz…

ErbStR III: Bund der Steuerzahler begrüßt Nachbesserungen

STEUERRECHT | 11. Dezember 2007 — Anlässlich des heutigen Kabinettsbeschlusses zur Erbschaft- und Schenkungsteuer begrüßt der Bund der Steuerzahler (BdSt) die Na…

Das Bundesverfassungsgericht
REGIERUNGonline
Bund der Steuerzahler
Bundesministerium der Finanzen
FTD.de - International - Nachrichten - Freibetr�ge f�r Erben steigen deutlich
Konzept f�r neue Erbschaftsteuer steht

Durchbruch nach monatelangem z�hen Ringen: Die Gro�e Koalition hat sich auf ein detailliertes Konzept zur Reform der Erbschaftsteuer geeinigt. Auf Firmenerben warten damit deutliche Entlastungen. Auch beim Eigenheim gibt es Entwarnung. In einigen F�llen m�ssen Erben aber k�nftig mehr an den Fiskus abtreten. - Handelsblatt.com, Politik, Deutschland