Kurz-Lehrbuch: Gesellschaftsrecht
Jurakopf | 14. April 2008 — Das Gesellschaftsrecht war bisher nicht wirklich meine Stärke. Genaugenommen habe ich (zur Erinnerung, mein Schwerpunktbereich …
Sehr praktisch: Mir liegt ein Buch vor, dass ich rezensieren soll und ich auch wirklich selber benötige - jedenfalls bei mir ist es Examensvorraussetzung, dass man einen Schein in einem Gebiet des ausländischen Rechts erbringt. Sofern ich meine (letzten?) Klausuren vor 2 Wochen bestanden habe, ist dies der letzte Schein der mir fehlt. Man darf insofern also erwarten, dass ich bei einem Buch zu diesem Thema sehr kritisch bin.
Hinweis: Das Buch wurde mir vom Beck-Verlag als Rezensionsexemplar geschickt.
Zuerst mal: Es ist ein sehr dickes Buch, das Peter Kindler hier geschrieben hat. Die JuS-Schriftenreihe finde ich ja insgesamt sehr angenehm in der Hand, das ist auch bei dem Buch letztlich der Fall. Aufgrund der Vielzahl der Seiten ist das Schriftbild aber recht anstrengend: 10er Schrift, mit den von mir aus gutem Grund ständig kritisierten 8er-Schrift Einschüben, und das Ganze bei einfachem Zeilenabstand.
Trotz dieses anstrengenden Schriftbildes arbeitet der Autor, wofür ich ihm dankbar bin, gerne und viel mit Absätzen, so dass sich der Eindruck insgesamt bessert und es kein Problem ist, die 350 Seiten in Ruhe zu lesen und durchzuarbeiten.
Der Autor hält eine Webseite bereit, auf der ich aber leider keine Zusatz-Angebote zum Buch entdeckt habe, ein wenig hatte ich eine kleine Gesetzessammlung gehofft, aber das ist auch nichts, was man wirklich erwarten muss.
Im Buch hatte ich zuerst zwei kleine Enttäuschungen:
Der strafrechtliche Bereich kommt für meinen Geschmack zu kurz. Klar, das Strafrecht ist mein Gebiet und das bürgerliche Recht ist in der Praxis sehr viel wichtiger, die Gewichtung des Autors ist angebracht. Dennoch fehlte es mir nunmal und man sollte es vorher wissen. Ich hätte bei diesem Thema gerne hin und wieder “Kontrollfragen” gehabt, die nochmal eigene Schwerpunkte setzen und ein regelmäßiges Wiederholen ermöglichen.Das klingt bis hierhin nicht besonders positiv, doch das Buch ist, trotz der Kritik von mir, sehr gut. Vor allem merkt man, dass der Verfasser nicht einfach ein Buch zu einem Thema geschrieben hat, sondern dass er sein Buch zu seinem Thema geschrieben hat. Der Leser wird insofern mit sehr viel Detailfreude und Sorgfalt belohnt.
Man merkt es schon in der Einleitung, wo Kindler im §2 sehr viel Zeit damit verbringt, zu erklären welche Normen man kennen muss, welche Texte, welche Zeitschriften und Literatur es sonst gibt - und auch dem Internet einen eigenen Bereich widmet.
Die Grundlagen im 2. Teil, die u.a. das Verfassungsrecht, Rechtsquellensystematik und Struktur der Juristen behandeln, sind überraschend ausführlich, dafür dass sie mit 80 Seiten auskommen - noch überraschender ist es, wie schnell man sie durchgearbeitet hat. Spätestens jetzt lernt man den klaren Schreibstil schätzen.
Der Schwerpunkt des Buches ist eindeutig der 3. Teil (Privatrecht) der immerhin 2…
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