Ein Symbol der Demokratie in Leipzig

In unserem Buch befassen wir uns auf S. 33 f. mit der Frage, ob Symbolangst ein Zeichen des Rechtsstaats sei.1 Dazu ist mir bei einem Besuch in Leipzig am letzten Wochenende die Demokratieglocke aufgefallen. Es handelt sich um eine Arbeit des Künstlers Volker Via Lewandowsky. Sie wurde am 9. August 2009 auf dem Augustusplatz in Leipzig, dem großen Platz zwischen Oper und Gewandhaus in der Nähe der Nicolaikirche, installiert und soll an die Friedliche Revolution von 1989 erinnern.

Das Gebilde wird wohl deshalb Glocke genannt, weil es mit seiner Form eine chinesische Glocke andeutet und damit eine Verbindung zur Niederschlagung der Demonstration auf dem Tian’anmen-Platz im gleichen Jahr herstellt. Auf den ersten Blick erscheint es jedoch als Ei und verweist damit auf die Zerbrechlichkeit und damit Schutzbedürftikeit der Demokratie. Glocke wird das Gebilde aber wohl auch deshalb genannt, weil ein Schlagwerk eingebaut ist, das jeden Tag zu einer zufallsbestimmten Zeit läutet und damit andeuten soll, dass ein Angriff auf die Demokratie ganz unvorhergesehen kommen kann. Die Inschrift um den Sockel soll von Durs Grünbein stammen. Leider kann man sie auf dem Bild nicht Lesen. Sie lautet: »Demokratie ist / In unendlicher Nähe / Längst sichtbar als Kunst«. Ich finde d…

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Themen: Leipzig , HG , Demonstration , Baden Baden , Bewusstsein , Nomos , Beispiele Und Ideen , Leipziger Demokratieglocke , Rechtssymbol

Erschienen 8. Oktober 2011 auf http://recht-anschaulich.lookingintomedia.com.

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