Ein schneidiger Staatsanwalt

Schneidig trat der Herr Staatsanwalt von Beginn an auf. Vermutlich wollte er der Studentengruppe im Sitzungssaal imponieren. Immerhin waren es überwiegend Studentinnen, die zu "Ausbildungszwecken" der Verhandlung beiwohnten. Nun denn, wenn er es braucht und er Zuhause die Bestätigung nicht bekommt. Denn Vogel sollte er allerdings im weiteren Verlauf noch mehrfach abschießen. Nicht nur, dass er irgendwann einstreute, ich sei ja "nur" Pflichtverteidiger. Er wollte mir wohl Gewisse Widerspruchsrechte nicht zugestehen und war der irrigen Annahme, ich hätte den erklärten Widerspruch nicht ausreichend begründet. Er war auch der Meinung, dass das was ich mit meinem Mandanten während der Sitzung besprochen hatte, laut und vernehmlich, am Besten noch zu Protokoll zu erklären hätte. "Schließlich sind wir in öffentlicher Hauptverhandlung, da haben Sie so zu reden, dass es alle hören können," war seine vermeintlich schlagkräftige Begründung. Spätestens in diesem Moment hätte ich gerne deutlich und unverblümt gesagt, was ich von ihm halte, habe mich aber entschlossen…

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Erschienen 9. September 2010 auf http://strafverteidiger-feltus.blogspot.com.

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