AM ANFANG
LawBlog | 19. Oktober 2004 — Mit einem Richter zu tun gehabt, den man nur noch als Nervenbündel bezeichnen kann. In einer Zeugenanhörung regte es ihn sogar …
Heute hatte ich noch in zwei Sachen zu verteidigen. Während es in der einen um Menschenhandel und Zuhälterei ging und meine Mandantin zu einem Jahr und 9 Monaten mit Bewährung verurteilt wurde, ging es in der anderen Sache darum, dass meinem Mandanten, einem Asylbewerber vorgeworfen wurde, unter Alkoholeinfluss (1,85 Promille), innerhalb einer halben Stunde, die Scheiben von 5 Autos eingeschlagen zu haben und einige Gegenstände aus den Wagen geklaut zu haben. Die Staatsanwaltschat wollte unbedingt, dass ein Sachverständiger Stellung dazu nimmt, ob bei meinem Mandanten, der nicht vorbestraft ist, die Voraussetzungen des § 64 StGB vorliegen. Der Richter hatte auf die Schnelle einen Psychiater angefordert, der zu meinem Mandanten nicht viel sagen konnte, weil wir zu seinem Trinkverhalten keine Angaben gemacht haben, sondern lediglich durch mich die Erklärung, dass die Anklage richtig ist. Anstatt ebenfalls zu schweigen, haben wir dann einen Tag vor Heiligabend einen Vortrag zu hören gekriegt über Voraussetzungen des § 64 StGB, über die Situation in den Psychiatrien, darüber, wann eine Therapie keinen Erfolg verspricht und so weiter. War alles ausführlich, hatte nur mit unserem Fall nichts zu tun. Irgendwann war aber auch diese Verhandlung zu Ende, nachdem ich dem Sachverständigen klar gemacht hatte, dass er über den Zusammenhang Asylbewerber und Therpieprobleme ein anderes Mal referieren solle. Am Ende gab es 6 M…
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