Ein Phantom bei der Staatsanwaltschaft?

Ich hatte mit einem Mandanten vereinbart, dass ich in seiner Strafsache bei der Staatsanwaltschaft einmal telefonisch vorfühlen sollte, ob nicht die Angelegenheit im Rahmen einer Einstellung oder notfalls eines Strafbefehls erledigt werden kann, da die Straftat wenig bedeutend war und zudem die Anreise zu einer evtl. Hauptverhandlung recht weit sein würde.

Gesagt getan, erster Anruf bei der StA, 14:00 Uhr. Die Geschäftsstelle teilt mir mit, dass der sachbearbeitende Staatsanwalt schon aus dem Haus ist. Ich möge morgen anrufen.

OK, zweiter Anruf, am nächsten Tag, 10:00 Uhr. Die Geschäftsstelle sagt, dass sie mich verbindet. Nach 40 Freizeichen am Apparat des Kollegen gebe ich auf und melde mich neu bei der Geschäftsstelle. Die Antwort: “Oh, dann wird er wohl nicht am Platz sein” (ach nee…). “Dann weiß ich auch nicht, wann er wieder da ist. Im Haus ist er jedenfalls.”

Nächster Anruf, drei Stunden später. Um es abzukürzen: Das gleiche Spiel. So langsam beginne ich mich zu fragen, ob der Kollege überhaupt existiert.

Noch ein Versuch, wieder zwei Stunden später. Nun geht auf der Geschäftsstelle auch keiner mehr ran.

Nächster Versuch, am nächsten Tag, 10:00 Uhr. Wieder …

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Themen: Anwaltsalltag

Erschienen 24. März 2010 auf http://www.bella-ratzka.de.

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