Ein paar handfeste Tipps für juristische Klausuren
Alexander vom Epiblog hat mich auf das Thema “Klausuren” aufmerksam gemacht, zu dem er selber schon einen Linktipp bereit hält. Nachdem ich das Thema schon länger vor mir her schiebe, nehme ich das als Anlaß, um kurz was dazu zu schreiben und ein paar Literatur-Tipps zu geben.
Das wichtigste vorab, speziell für Studienanfänger die gerade von der Schule kommen: Es ist vollkommen normal, in juristischen Klausuren durchzufallen. Irgendwo müssen die teilweise 60-80% Durchfallquote ja auch herkommen. Das heisst: Nicht abhalten lassen und immer fleissig mitschreiben. Sinn macht das freilich nur, wenn ihr die Anmerkungen der Korrektoren lest, die sind nämlich mitunter sehr hilfreich. Tut es euch an und lest sie, es wird euch helfen.
Womit wir beim zweiten Tipp sind: Schreibt mit was euch in die Finger kommt (solange es Risikolos ist). Im Regelfall kann man die Übungen unbegrenzt mitmachen und auch unbegrenzt durch Klausuren fallen: Nutzt das. Nicht unbedingt inhaltlich (wer sich auf das Examen ernsthaft vorbereitet wird merken, dass die Übungen nicht ganz so schwierig sind wie man sie in Erinnerung hatte) aber vor allem um an eurem Zeitmanagement zu arbeiten. Sich was aus dem Kopf zu drücken ist nie schwierig - das aber aber strukturiert zu Papier zu bringen und alles was man darlegen wollte auch präsentieren zu können in der immer zu knappen Zeit, das ist die wahre Herausforderung.
Wichtig ist auch - und da vertut man sich gerne - die Erfassung des Sachverhaltes. Am besten man liest ihn einmal, dann noch einmal. Danach verinnerlicht man das gelesene, liest ihn zum Dritten Mal und markeirt ggfs. wichtige Stellen bzw. macht sich Stichwörter. Ich bevorzuge letzteres, weil einmal gesetzte Markierungen schnell den Blick fokussieren und man evt. überlesenes dann auch nicht wahrnimmt.
Der Tipp, noch vor dem Lesen des Sachverhaltes als erstes die Fallfrage zu lesen, kommt nicht von ungefähr - wenn etwa 5 Beteiligte mitspielen aber nur die Strafbarkeit von einem gefragt ist, kann man sich Vorüberlegungen ersparen und liest den Sachverhalt auch ganz anders.
Beim Lesen des Sachverhaltes sollte man immer die Beziehungen der Einzelnen untereinander mit Skizzen darstellen. Und daran denken: Dreiecksverhältnisse gibt es immer, im Strafrecht, Zivilrecht und auch im Öffentlichen Recht.
Ein weiser Ratschlag ist es, sich als erstes zu überlegen “Was wäre eine gerechte Lösung” und sich das irgendwo zu notieren. Am Ende, wenn man mit seiner Lösungsskizze fertig ist, kann man seine erste Überlegung mit dem Ergebnis gegenüberstellen und sich bei einer Abweichung fragen, inwieweit die Abweichung vertretbar ist.
Zur Formalie, und bitte: Die jetzt genannten Fehler tauchen immer wieder auf; Zuerst mal schreibt man seinen Namen sauber auf das Deckblatt, auch mit Matrikelnummer, damit die Korrektoren einen zuordnen können. Es ist klug, sich das Deckblatt schon vor der…
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