Zum Jahrestag der Befreiung Ingrid Betancourts
criminologia | 5. Juli 2009 — Es gibt keinen bewaffneten Konflikt in Kolumbien? So sieht es zumindest Präsident Alvaro Uribe, der ungeachtet der facts on t…
Offene Türen rannte der US-Sondergesandte für Afghanistan Richard Holbrooke bei seinen europäischen Kollegen ein, als er auf dem Treffen der G8-Außenminister am 27. Juni in Triest den Strategiewechsel der USA bei der Bekämpfung des afghanischen Drogenhandels ankündigte. Die Vereinigten Staaten wollten die Vernichtung des Opiumanbaus einstellen, da dies die Einnahmen der Taliban daraus nicht habe schmälern können und diesen stattdessen die verarmten Bauern in die Hände getrieben habe. Vielmehr wolle man den Anbau alternativer Produkte fördern und auf geheimdienstlichem Wege den Drogenschmuggel besser bekämpfen.
Die europäische Freude darüber ist keine Überraschung: Während die EU und ihre Mitgliedstaaten in ihrer Drogenpolitik auf Reduzierung des Angebots durch Grenzkontrollen, Schadensbegrenzung bei den Konsumenten (z.B. Substitut-Programme, Therapien), Reduzierung der Nachfrage (z.B. Aufklärungskampagnen), alternative Entwicklung in den Produzentenländern (z.B. peace-laboratories) setzen, der Einmischung in Innere Angelegenheiten und der Anbauvernichtung kritisch gegenüber stehen, konzentrieren sich die USA bisher stärker auf militärisch-polizeiliche Bekämpfung und die Reduktion des Angebots direkt in den Herkunftsländern (z.B. durch Zerstörung der Felder). Tendenziell wird so in den USA das Drogenproblem eher als eine offensive Aufgabe des staatlichen Repressionsapparates gesehen, in Europa eher als eine defensive Aufgabe des Gesundheitswesens.
Auch keine Überraschung ist die Einsicht, spät aber immerhin, daß die Vernichtungsstrategie nicht aufgeht. Nach einer Studie des Center on International Cooperation hat sie den Taliban sogar Mehreinnahmen beschert, weil es den Opiumpreis nach oben getrieben hat. Die Lehre für den Kurswechsel in Afghanistan, der größte Opiumexporteur der Welt, hätte Holbrooke bereits aus den Erfahrungen in Kolumbien ziehen müssen, dem größten Kokainexporteur der Welt (2006: 62% Weltanteil). Obwohl die USA dort zwischen 1999 und 2005 gemeinsam mit der kolumbianischen Regierung mehr als $6 Mrd. in Vernichtungsmaßnahmen und die Modernisierung der Sicherheitskräfte investiert haben, tatsächlich seit 2000 jedes Jahr bis zu über 200.000 Hektar Kokafelder zerstört wurden, bleibt die Verfügbarkeit von und Nachfrage nach Kokain in den USA, dem größten Konsumentenland weltweit, stabil, während es weiter den größten Teil seines Kokains über mexikanische Dealer aus Kolumbien bezieht.
Technisch fruchten die Zerstörungsversuche nicht, weil die Bauern sich zu behelfen wissen; indem sie neue Anbauregionen erschließen, in entlegenere Gebiete ausweichen, die z.B. unter Wolkendecken die Ortung per Satellit erschweren oder durch Terrain und Sicherheitslage dem Militär schwer zugänglich sind; indem sie lieber viele kleinere Flächen bepflanzen, welche schwieriger auszumachen und mit Flugzeugen zu besprühen sind als wenige große; indem sie die Pflanzen mit einer Siru…
» Vollständiger ArtikelErschienen 7. Juli 2009 auf http://criminologia.de.
criminologia | 5. Juli 2009 — Es gibt keinen bewaffneten Konflikt in Kolumbien? So sieht es zumindest Präsident Alvaro Uribe, der ungeachtet der facts on t…
Menschenrechte | 21. Februar 2005 — Am 23. Februar 2005 werden es drei Jahre, dass Ingrid Betancourt und ihre Mitarbeiterin Clara Rojas in der Gewalt der kolumbianisc…
Menschenrechte | 12. November 2005 — Das ist das Motto der Kampagne Aéropostale 3000. Bei der Kampangne geht es um Briefe für die Geiseln in Kolumbien, die von der FAR…
Menschenrechte | 3. November 2005 — Seit langer Zeit gibt es mal wieder einen Artikel über Ingrid Betancourt und die anderen Geiseln in Kolumbien in einer deutschspra…
Menschenrechte | 20. Dezember 2004 — Staatschef setzt Guerilla Ultimatum zur Geiselfreilassung Bogota - In Kolumbien hat Präsident Alvaro Uribe den Rebellen der marxis…
criminologia | 4. Juli 2009 — Mit der Kampagne “Nice people take drugs” will die gemeinnützige Organisation für Drogen und Menschenrechte Release den Umgang …
Menschenrechte | 4. Dezember 2004 — Am 19. November 2004 fand aus Anlass des 1000. Tag der Gefangenschaft von Ingrid Betancourt ein Gedenkmarsch in Paris statt. Foto…
Menschenrechte | 5. Dezember 2006 — Der Dezember ist ein besonders schlimmer Monat für die Angehörigen der Geiseln der FARC in Kolumbien. Sie wissen nicht, wie es ihr…
Menschenrechte | 27. Dezember 2004 — Acht bis zehn Urlauber sind aus ihren Ferienhäusern nahe dem Ort San Rafael verschleppt worden. Die Regierung sandte Armee-Einheit…
Menschenrechte | 28. November 2004 — Kolumbien: Morddrohung Wir haben keine Wahl, wir werden deine Tochter töten, auch wenn du in einem gepanzerten Fahrzeug fährst, d…
Der US-Sondergesandte für Afghanistan, Richard Holbrooke, geht bei der Bekämpfung des Drogenhandels neue Wege: Statt Opium-Felder zu vernichten, soll die US-Armee den Schmuggel stärker bekämpfen. Zudem sollen afghanische Bauern beim Anbau anderer Produkte gefördert werden.