Ein Jahresrückblick

Das Jahr 2005 aus der Sicht von amnesty international (ai) Menschenrechtsverletzungen weltweit und was ai dagegen tut – eine kleine Auswahl JANUAR 24.01.05: Die Wege von Waffen und Munition lassen sich kaum verfolgen. Exportierende Länder können kaum zur Rechenschaft gezogen werden, wenn ihre Waffen in die Hände von Kriegsverbrechern gelangen, wie eine u. a. von ai vorgelegte Studie belegt. In der UNO in New York beginnen zeitgleich Verhandlungen über die Kennzeichnung und Nachverfolgbarkeit von Waffen und Munition. Die Studie ist Teil der gemeinsamen Kampagne von ai, Oxfam und dem Kleinwaffennetzwerk IANSA „Waffen unter Kontrolle“, die auf ein rechtlich verbindliches Abkommen zur Kontrolle von Klein- und Leichtwaffen zielt. 27.01.05: Fast drei Jahre nach den blutigen Ausschreitungen im westindischen Gujarat sind die Verantwortlichen noch immer auf freiem Fuß. Mehr als 2000 Menschen fielen der Gewalt am 27. Februar 2002 und an den folgenden Tagen zum Opfer. Insbesondere muslimische Frauen waren Ziel der Übergriffe. Mehrere hundert Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt, schwer verstümmelt und, teilweise lebend, verbrannt. ai wirft der von der Hindu-nationalistischen BJP-Partei geführten Regierung von Gujarat und der damaligen indischen Bundesregierung vor, die Ausschreitungen zum Teil bewusst provoziert und später zu wenig getan zu haben, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. FEBRUAR 19.02.05: Erstmals ist ai mit einem Filmpreis auf der Berlinale vertreten. Den Amnesty International Filmpreis auf der 55. Berlinale erhält die niederländisch-deutsch-französisch-israelische Produktion Paradise Now des palästinensischen Regisseurs Hany Abu-Assad. Jury-Mitglied Nina Hoss begründete die Entscheidung so: „Paradise Now ist eine kleine Geschichte über einen großen Konflikt - moralisch, aber nicht moralisierend; berührend, aber nicht sentimental. Ein Film, der zum Nachdenken zwingt, ohne belehrend zu sein. Ein Plädoyer dafür, dass jeder Einzelne einen Unterschied machen kann.“ MÄRZ 08.03.05: Der internationale Kleinwaffenhandel ist ein Milliardengeschäft. Frauen zahlen in diesem Geschäft einen unverhältnismäßig hohen Preis, warnt ai anlässlich des Internationalen Frauentags: Sie besitzen die wenigsten der etwa 650 Millionen Kleinwaffen im Umlauf, werden aber umso öfter Opfer von Waffengewalt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den ai, Oxfam und IANSA in Johannesburg vorstellen. APRIL 05.04.05: In keinem Land der Welt werden so viele Menschen hingerichtet wie in China. Das geht aus einer Statistik von amnesty international zur Todesstrafe hervor. Weltweit wurde die Todesstrafe im Jahr 2004 an mindestens 3.797 Menschen in 25 Ländern vollstreckt, mindestens 7.395 Menschen in 64 Ländern wurden zum Tode verurteilt. Wie schon 2003 sind vier Länder für die meisten Hinrichtungen verantwortlich: China (mind. 3.400), Iran (mind. 159), Vietnam (mind. 64) und die USA (59). ai geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hinrichtungen sowie die der Todesurteile…

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Themen: Amnesty International , Waffen

Erschienen 31. Dezember 2005 auf http://menschenrechte.blogg.de/.

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