Ein Föhn läuft unter Wasser einfach weiter
am 13.12.2007 von schreibmaschineDer Versuch eines 33-jährigen Mannes aus Kreuzwertheim, die Ermordung seiner Ehefrau als Stromunfall in der Badewanne erscheinen zu lassen, war von vornherein zum Scheitern verurteilt. „Der Fehlerstrom-Schutzschalter hätte nach 50 Millisekunden ausgelöst, die Frau wäre dadurch nicht gefährdet gewesen“, erläuterte am Dienstag ein Sachverständiger des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) im Mordprozess vor dem Würzburger Schwurgericht. Wie berichtet, hat der Angeklagte gestanden, seine 30-jährige Ehefrau am Hals gepackt, gewürgt und in der halb gefüllten Badewanne unter Wasser gedrückt zu haben, bis sie tot war. Anschließend warf er einen eingeschalteten Föhn in die Wanne, um einen Unfall vorzutäuschen. Ein untauglicher Versuch: „Es ist üblich, dass ein Föhn unter Wasser einfach weiterläuft“, so die überraschende Aussage des Diplom-Physikers vom LKA. In dem modernen Haus, das die Eltern des Opfers ihrer Tochter zur Hochzeit geschenkt hatten, war ein Stromtod in der Badewanne auch aus anderen Gründen nicht möglich. Die Wasserrohre sind aus Kunststoff, „deshalb gab es keine Erdung und der Strom konnte nicht fließen“, so der Sachverständige weiter. Erst als der Angeklagte nicht nur den Föhn, sondern auch die Dose des Verlängerungskabels ins Wasser warf, reagierte der Fehlerstrom-Schutzschalter. Weil er einen Unfall im verschlossenen Badezimmer für überzeugender hielt, band der Angeklagte eine Schnur an eine Nagelschere, steckte die Schere durch die Öffnung im Schlüsselkopf, führte die Schnur unter der Tür hindurch und schloß die Tür. Dann musste er nur noch an dem Faden ziehen, um den Schlüssel zu drehen und die heruntergefallene Nagelschere anschließend unter der Tür hindurch ziehen zu können. Die Tür …
Nebenbuhler verdrängt und verleugnet?
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