EDV-GT: Arbeitskreis "Forensik"

Der Arbeitskreis „Forensik“, bot einen Einblick in die Arbeitsweise sowie die sich stellende Problematik für öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige in der IT-Forensik. Zunächst wurde erläutert, dass sich die IT-Forensik mit der Analyse und Auswertung von Computerdaten, also der digitalen Beweismittelsicherung, befasst. Herr Uhlenberger referierte über die Schwierigkeit der Spurensicherung und anschließenden Analyse, insbesondere von Arbeitsspeichern. Als Hauptproblem wurde aufgezeigt, dass nicht alle Daten beweiszugänglich sind. Um den „Datenschatz“ zu heben, bedarf es einer durchdachten Vorgehensweise, welche vielfach durch die Antiforensik inspiriert wird. Eine besondere Herausforderung besteht hierbei darin, die zu untersuchenden Daten nicht durch die eigene Arbeit zu zerstören, sondern sie vielmehr zu konservieren und nachvollziehbar zu analysieren. Ein weiteres Anliegen war es, aufzuzeigen, dass oftmals Anwendungen auf Privatrechnern laufen und Daten unverschlüsselt im Cache ablegen, ohne dass die Nutzer davon Kenntnis haben. So lesen und kopieren selbst betriebsinterne Sicherheitsapplikationen ständig Daten. Zudem wurde darauf aufmerksam gemacht, dass jeder Analysefall individuell angepasst werden muss, da eine automatische Auswertung bislang keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern kann. Im Anschluss sprach Herr Gärtner über die Bedeutung der Computerforensik speziell für die Staatsanwaltschaft. So gilt ein Sachverständiger als ein Hilfsmittel. Er soll die Wahrheit für den Verfahrensverlauf beleuchten und dabei sämtliche, also sowohl be- als auch entlastende, Erkenntnisse liefern. Somit besteht die Aufgabe darin, dem Staatsanwalt die Entscheidung über Anklage oder Einstellung zu liefern, sowie dem Richter die Entscheidungsfindung bezüglich der Schuld zu ermöglichen. Vereinfacht gesagt muss der Sachverständige als ein Dolmetscher zwischen der Technik und der Justiz aufgefasst werden. Daher müssen die Erkenntnisse lückenlos und nachvollziehbar dokumentiert und kommentiert w…

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Erschienen 19. September 2008 auf http://lawgical.jura.uni-sb.de/.

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