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Durchsuchungsanordnungen mangelhaft - Richterkontrolle?

am 15.07.2008 von http://www.jur-blog.de

Wie schon in mehreren Medienberichten kritisiert, sind die Bearbeitungszeiten für die Amtsrichter bei Anordnung einer Durchsuchung und Beschlagnahme sehr kurz bemessen. Für eine gründliche Durchsicht der Ermittlungsakte bleibe kaum Zeit. Wie nun auf lawblog.de unter Aktion Himmel: Gericht erklärt Durchsuchung für rechtswidrig mit Hinweis auf LG Aachen ( Beschluss vom 8. Juli 2008; 68 Qs 56/08) berichtet, mehren sich nun auch Gerichtsentscheidungen, die entsprechende Beschlüsse für rechtswidrig halten.

Praxis der Durchsuchungsbeschlüsse
Aus eigener Anwaltspraxis sei hier auf einige wesentliche Grundlagen hingewiesen:
Die schlichte Angabe eines gesetzlichen Tatbestandes in einem Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss macht nicht deutlich, durch welche konkreten Handlungen der Beschuldigte in den Verdacht einer solchen Tat geraten ist. Eine solche Kennzeichnung wäre aber erforderlich, mindestens wenn dadurch der Strafverfolgungszweck nicht beeinträchtigt wird. Diese Konkretisierung ist auch nach der Rechtsprechung des Verfassungsgerichts erforderlich (BVerfG NJW 1994, 3281, 3282). Als Fehlerhaft sind also beispielsweise zu beanstanden:

fehlenden Hinweise auf die Sachverhalte
keine Angabe der URL aufgrund derer die Täterschaft vermutet wurde
mangelnde Hinweis auf die konkrete Tatzeit und - wie in obigem Beitrag von lawblog ausgeführt - Tatdauer
unterbliebene Feststellung besonderer Tatbestandsmerkmale

Erst kürzlich hat das BVerfG zu den Anforderungen an Durchsuchungsbeschlüsse u. a. wie folgt entschieden. (Auszug aus der Pressemitteilung)

BVerfG, Beschluss vom 07. Sept. 2006 - 2 BvR 1219/05
Gerichtlicher Durchsuchungsbeschluss muss Mindestmaß an Darlegungs­anforderungen erfüllen
(…) In einem Durchsuchungsbeschluss muss der Ermittlungsrichter ein dem Beschuldigten angelastetes Verhalten schildern, das die Voraussetzungen eines Strafgesetzes erfüllt. Die Schilderung braucht nicht so vollständig zu sein wie die Sachverhaltsdarstellung in einer Anklage oder einem Urteil. Es müssen aber ein Verhalten oder sonstige Umstände …

BVerfG korrigiert Mediendarstellung bzgl. Studiengebühren in Hessen

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BVerfG: Meinungs-, Informationsfreiheit und das Barschel-Buch

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Durchsuchungs- oder Abhörbeschluss

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Gerichtlicher Durchsuchungs- oder Abhörbeschluss muss Mindestmaß an Darlegungsanforderungen erfüllen

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