Dunkelfeldabschätzung bei der "Computerkriminalität"

Ein Interessanter Faktor bei Delikten wie der IT-Delinquenz ist das Dunkelfeld. Alle sind sich einig, dass es "sehr groß" ist. Aber was bedeutet das? Über das Dunkelfeld weiss man qua Definition nichts genaues, denn das Dunkelfeld ist als der Bereich der nicht erfassten Delikte definiert. Da wundert man sich, das Experten in den letzten dreißig Jahren immer wieder die "Dunkelfeldquote" angegeben haben, d.h. wie viele nicht unbekannte Fälle auf jeden bekannten Fall kommen. Die Autoren geben eigentlich nie an, worauf sie diese Zahlen bauen, aber es wird immer mal wieder 1:4 1:5 über 1:50 bis zu 1:100 genannt. Dsa sind wohl mehr oder weniger "educated guesses". Man kann aber durchaus experimentell eine untere Grenze für das Dunkelfeld ermitteln. Beispielsweise kann man entsprechende Taten begehen und schauen, in wie viel Prozent der Fälle man erwischt wird. Das klingt wild - ist es auch, aber es ist nicht so gesetzesbrecherisch, wie man zunächst annehmen möchte. Die amerikanische "Defense Information Systems Agency (DISA) hat beispielsweise Mitte der 90er ein entsprechendes Experiment durchgeführt. Ein sogenanntes "Tiger Team" (auch "RedTeam" genannt) versuchte in die Computersysteme diverser Militärinstitutionen einzudringen. Von 38.000 Versuchen, die sie unternahmen, waren knapp 25.000 erfolgreich. Von diesen 25.000 erfolgreichen Penetrationen von Militärsystemen wurden knapp 1000 durch das zuständige Personal entdeckt. Davon wiederum wurde ein viertel gemeldet. Das bedeutet, dass von 38.000 Angriffen gegen militärische Informationssysteme 268 oder (0.7%) gemeldet wurden. Das bedeutet im militärischen Bereich kann man von einem Dunkelfeld von 1:140 ausgehen. Harte Zahlen. Empirisch gesichert. Aber natürlich nicht auf jeden militärischen Bereich zu übertragen. Eine andere Möglichkeit, ist das Dunkelfeld an selbst beobachteten Vorfällen hochzurechnen. Wenn man beispielsweise die Logfiles eines Webservers von 18 Monaten in 2001 und 2002 auswertet, dann zeigt sich, das es in diesem Zeitraum etwa alle 10 Minuten einen Penetrationsversuch (und damit mögliche…

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Erschienen 22. November 2005 auf http://blogs.23.nu/disLEXiaDE/.

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