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Drum prüfe, wer sich vertraglich bindet ...

am 19.05.2008 von RA J. Melchior, Wismar

Wie u.a. SPON berichtet und einige Blogs schon kommentierten, hat unser aller (?) Justizministöse wieder ein bahnbrechendes Gesetzesvorhaben angeschoben:

Die Große Koalition will die Kunden von Zwangsprostituierten mit hohen Haftstrafen abschrecken. Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat nach SPIEGEL-Informationen dafür in ihrem Haus einen Diskussionsentwurf erarbeiten lassen: Wer jemanden unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist, sexuell missbraucht, soll künftig mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren belangt werden können. ... Rechtspolitikern der Union geht der Entwurf sogar noch nicht weit genug. Der Bundestagsabgeordnete Siegfried Kauder (CDU) will Freier schon dann bestrafen können, wenn sie leichtfertig nicht erkennen, dass sie es mit einer Zwangsprostituierten zu tun haben: Wer etwa blaue Flecken bei einer solchen Hure ignoriert, müsste mit Strafe rechnen.

Alter Wein in neuen Schläuchen, Urheberin war eigentlich Frau von der Leyen im Januar letzten Jahres. Hm, blaue Flecken „leichtfertig nicht erkennen - das lässt spannende Situationen erwarten. Ein Blick in’s Gesetz erleichtert die Vorhersage:

§ 1 S. 1 ProstG:
Sind sexuelle Handlungen gegen ein vorher vereinbartes Entgelt vorgenommen worden, so begründet diese Vereinbarung eine rechtswirksame Forderung.
§ 2 S. 2 + 3 desselben Gesetzes:
Gegen eine Forderung gemäß § 1 Satz …

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