Drum prüfe, eh man sich vergleiche…

…ob’s nicht doch zum Nachteil gereiche!

.

Der Kläger belangt den Beklagten auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Zugrunde liegt eine angeblich gemeinschaftliche Körperverletzung. Der nunmehrige Beklagte war zunächst gemeinsam mit einem Dritten angeklagt worden, den Kläger gemeinschaftlich an seiner Gesundheit geschädigt zu haben. Das Strafverfahren wurde gegen beide Angeklagten eingestellt. Der Beklagte enthielt sich elegant fast jeglicher Äußerungen in der Hauptverhandlung.

Gestützt auf die Anklage und den Inhalt der Ermittlungsakte, in der Hauptverhandlung waren Zeugen ausgeblieben und somit nicht vernommen worden, verlangte der Kläger nunmehr zunächst Schadensersatz und Schmerzensgeld gesamtschuldnerisch von beiden Angeklagten. Der Beklagte verweigerte jegliche Zahlungen. Da im Strafverfahren eine Körperverletzungshandlung des anderen Angeklagten eingeräumt worden war, konnte dieser sich dem Anspruch eigentlich nicht entziehen. Trotzdem erreichte er, dass mit dem Kläger ein Vergleich über 50% der geltend gemachten Schadenssumme geschlossen wurde.

Die restlichen 50% versucht der Kläger nunmehr beim Beklagten geltend zu machen. Gestützt auf den Inhalt der Ermittlungsakte teilt das Gericht nunmehr die Auffassung des Beklagten, dass ein Nachweis der Beteiligung des Beklagten an der Körperverletzungshandlung nicht mal im Ansatz ersichtlich ist und gibt den guten Rat, aus Kostengründen die Klage zurückzunehmen.

Sollte der Kläger die Klage weiterverfolgen, so wird es wohl auf eine Beweisaufnahme hinauslaufen. Sagen die Zeugen dann das selbe, wie im Ermittlungsverfahren, wird die Klage mangels Verschuldensbeweis abgewiesen. Sagen sie etwas anderes, wird das Gericht wohl die …

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Themen: Anwaltsalltag , Schmerzensgeld , Schadensersatz , Vergleich , Körperverletzung , Allgemeines Zivilrecht

Erschienen 3. Februar 2011 auf http://www.bella-ratzka.de.

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