Drogen und Bargeld erbeutet

Größere Mengen Drogen und Bargeld erhofften sich ein 28-jähriger Frankfurter und sein Schwager, als sie am Pfingstsamstag einen 47-jährigen Mann in seiner Karlstädter Wohnung überfielen. Vergangene Woche wurde der 28-Jährige wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vom Landgericht Würzburg zu vier Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

Um acht Uhr morgens klingelten die beiden Räuber, die sich von zwei Bekannten aus einem Ort in Thüringen nach Würzburg hatten fahren lassen, bei dem 47-jährigen Karlstädter. Der rechnete mit dem Postboten und öffnete arglos die Tür. Fix wurde er von den mit Kapuzenpullovern und Sonnenbrillen maskierten Männern in die Küche gedrängt. Während der Angeklagte die Wohnung durchsuchte, wollte sein Schwager das Opfer in der Küche festhalten. Doch ohne Gegenwehr, wie es die Täter eigentlich erwartet hatten, lief der Überfall nicht ab. „Ich habe mich mit allem gewehrt, was mir in die Hände gekommen ist“, sagte der Karlstädter. Unter anderem mit einem Küchenmesser, mit dem er den Schwager des Angeklagten im Gesicht verletzte.

Deshalb kam der 28-Jährige zurück in die Küche. Zu zweit brachten beide Männer ihr Opfer zu Boden und traten und schlugen so lange brutal auf den Mann ein, bis der vor Schmerzen nicht mehr an Gegenwehr dachte. Aus der Wohnung entwendeten die beiden Täter eine Geldbörse mit 300 Euro Bargeld, mehrere Handys, Laptops und Spielekonsolen. Und einen kleinen Tresor, der laut Anklage außer 1.700 Bargeld auch 100 Gramm Haschisch, 100 Gramm Amphetamin und Ecstasy-Tabletten enthalten haben soll. „Dazu sage ich nichts“, so der 47-jährige Eigentümer, der vor Gericht als Nebenkläger auftrat.

Auch der 28-jährige Angeklagte kann dazu nichts sagen: Er wurde noch in Karlstadt auf der Straße festgenommen, während sein Schwager mit der Beute nach Thüringen entkam. Der junge Mann, der derzeit in Würzburg frühere Verurteilungen absitzt, ist zwar schon fast 20-mal vorbestraft, aber fast immer nur wegen typischer Beschaffungskriminalität ohne Gewalt. „Wir haben nicht mit Widerstand gerechnet. Gewalt habe ich nur angewendet, weil er ein Messer hatte“, sagte er vor Gericht.

Der Angeklagte kannte das Opfer von früher aus der Frankfurter Drogenszene. Er hat eine typische Drogenkarriere hinter sich. Zu der Tat kam es, nachdem ein Dealer, bei dem er rund 8.000 Euro Schulden hatte, sich bei seiner Mutter nach ihm erkundigt hatte. Vor dem Überfall habe er Schnaps, XTC, Kokain und Amphetamin zu sich genommen, „bis alles weg war“. In Karlstadt hatten er…

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Themen: Juristisches , Haschisch , Ecstasy , Sage , Laptops , Amphetamin

Erschienen 22. November 2010 auf http://www.woetzel-online.info/.

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