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Drei Finger ab: Selbstverstümmelung oder Kettensägenunfall?

am 03.05.2006 von strafblog

Ab heute muss sich, wie focus-online berichtet, ein als Dr. Siebenfinger bekannt gewordener Arzt aus dem brandenburgischen Gransee wegen Betruges vor einem Strafgericht verantworten. Dem 55-jährigen Mann wird vorgeworfen, sich im Jahr 2001 absichtlich 3 Finger abgeschnitten zu haben, um von diversen Versicherungen 1,7 Millionen Euro sowie eine monatliche Rente in Höhe von 6.000 Euro zu erhalten. Das Nachrichtenmagazin schreibt, bei einer Verurteilung durch das Amtsgericht Zehdenick drohten ihm und seiner mitangeklagten Ehefrau Haftstrafen bis zu zehn Jahren, was natürlich - das sei nur nebenbei bemerkt - wegen der durch das Gerichtsverfassungsgesetz auf 4 Jahre begrenzten Strafgewalt des Amtsgerichts Unsinn ist.

Zurück zur Sache: Der Chirurg hatte wohl angegeben, seinerzeit mit einer Kettensäge hantiert zu haben und dabei von einem Hornissenschwarm aufschreckt worden zu sein. Dabei sei er mit drei Fingern in die Kettensäge geraten. Laut einem Sachverständigengutachten sind die Finger aber nicht durch eine Kettensäge abgetrennt worden. Was die Ehefrau mit der Sache zu tun hat, ergibt sich aus dem Bericht im FOCUS nicht. Vielleicht hat sie ihm die Finger ja abgebissen? Nein, Entschuldigung, jetzt geht mir die Fantasie durch, dafür gibt´s keine Anhaltspunkte. Es scheint jedenfalls festzustehen, dass die 3 Finger weg sind. Davon beißt keine Maus ´nen Faden ab.

(Tut ja schon beim Lesen weh, oder?)

Die makabre Frage, warum der Mann wohl Dr. Siebenfinger genannt wird, erspare ich mir.


Autor: RA Rainer Pohlen

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