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Drastischer Ausgabenanstieg für Arzneien erwartet

am 16.09.2008 von http://www.reuters.com

Berlin (Reuters) - Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel steuern nach Berechnungen von Experten im nächsten Jahr auf einen neuen Rekordwert zu.

Der Zuwachs bei den Kosten werde bei 8,1 Prozent liegen, sagte der Direktor des IGES-Instituts, Bertram Häussler, am Dienstag in Berlin voraus. Der Anstieg um 2,4 Milliarden auf 31,7 Milliarden Euro sei vor allem auf den steigenden Verbrauch zurückzuführen. Den Anstieg muss die Bundesregierung im kommenden Monat bei der Festsetzung des Beitragssatzes für den neuen Gesundheitsfonds berücksichtigen.

Therapien gegen Volkskrankheiten - wie etwa Bluthochdruck - würden auch wegen der generell gesunkenen Arzneimittelpreise zunehmend allen Betroffenen zugänglich gemacht, begründete Häussler den Anstieg. Der Wissenschaftler rechnet damit, dass sich der Trend in den nächsten drei bis fünf Jahren fortsetzen wird.

In den vergangenen Jahren waren die Arzneiausgaben stets Sorgenkind der Krankenkassen. In der ersten Hälfte diesen Jahres betrug das Plus 5,7 Prozent. Das IGES-Institut rechnet für das Gesamtjahr mit einem Zuwachs um 5,5 Prozent.

44 NEUE MEDIKAMENTE IM NÄCHSTEN JAHR

Nach Angaben des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), der die Berechnungen in Auftrag gegeben hat, sind die Arzneipreise in diesem Jahr bislang um 1,8 Prozent gesunken. Zugleich kommen zunehmend Nachahmerpräparate (Generika) zum Einsatz. Allerdings nimmt auch der Anteil innovativer Präparate zu. Laut Häussler werden im nächsten Jahr 44 Medikamente neu eingeführt - darunter zehn Krebspräparate, sechs Mittel zur Therapie seltener, besonders kostenintensiver Leiden sowie vier Arzneien zum Einsatz bei HIV-Infektionen. In diesem Jahr kamen bisher 27 neue Mittel auf den Markt.

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